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Kategorie: Mut tut gut

Gut ist die größere Tugend – Steinbeck und das vierte Toltekische-Versprechen

„And now that you don’t have to be perfect, you can be good“ – diesen Satz lässt John Steinbeck 1952 in East of Eden den Chinesen Lee zu Abra sagen, die sich daran abarbeitet, das idealisierte Bild zu sein, das ihr Freund Aron in ihr sehen will. Die kleine Verschiebung von „perfekt“ zu „gut“ ist die Befreiung der Figur.

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Sand oder Ton – wie wir mit dem Jetzt arbeiten

„Sei präsent in allem, was du tust, denn die einzige Wirklichkeit ist das Jetzt“ – diese Zen-Weisheit hängt zu Hause in meinem Zitatkalender. Sie ist in dieser englischen Form modern, in ihrer Substanz aber alt: Dōgen Zenji hat sie um 1233 in Shōbōgenzō in andere Worte gefasst, Thich Nhat Hanh hat sie in unserer Zeit für den Westen übersetzt.

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Sein genügt – Emily Dickinson, Achtsamkeit und die stille Kraft des Hörens

„To be alive—is Power— / Existence—in itself— / Without a further function— / Omnipotence—Enough—“ – so beginnt Emily Dickinsons Gedicht Nummer 677, geschrieben um 1862 in Amherst. Lebendig zu sein, schreibt sie, ist selbst schon Macht; die Existenz trägt ihre Erfüllung in sich, sie muss nicht zu etwas anderem werden.

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Die vier Phasen der Veränderung – warum Geschwindigkeit nicht das Maß ist

Percy Bysshe Shelley schrieb 1816 in Mutability: „Nought may endure but Mutability.“ Heraklit hatte zweitausend Jahre vorher dasselbe gemeint, wenn auch ohne die populäre Formel vom „einzig Beständigen“, die später aus seiner Philosophie kristallisiert wurde.

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Wert entsteht im Blick – ein Lehrstück aus Cajamarca

Dasselbe Buch kann ein heiliges Sakrament sein – oder ein Stapel beschriebener Blätter mit Lederrücken. Was es ist, entscheidet nicht das Buch, sondern der Blick darauf. In Cajamarca, am 16. November 1532, wurde diese Differenz zum tödlichen Missverständnis. Dieselbe Mechanik wirkt heute in jedem Konflikt, der von zwei Seiten als „objektiv eindeutig“ empfunden wird.

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Die volle Tasse – warum wir Veränderung bei vertrauten Menschen übersehen

Wir bemerken Veränderungen an Menschen, die wir gut kennen, häufig nicht. Daniel J. Simons und Daniel T. Levin haben das Phänomen 1998 als change blindness beschrieben – in einem heute klassischen Experiment ersetzte mitten im Gespräch eine andere Person den ursprünglichen Gesprächspartner, ohne dass es bemerkt wurde.

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Female Finance – warum Frauen in der Finanzberatung systematisch benachteiligt werden

Frauen werden in der Finanzberatung messbar schlechter beraten als Männer. Die ZEW-Mannheim-Studie Gender Differences in Financial Advice unter Leitung von Tabea Bucher-Koenen dokumentiert: Männer bekommen häufiger Rabatte, Frauen häufiger überteuerte Fonds.

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