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Kategorie: Begegnung und Dialog

Wenn Reden nicht mehr reicht – Karen Jehn, Lindred Greer und die Frage nach der Eskalationsstufe

Karen Jehn unterscheidet Aufgaben-, Prozess- und Beziehungskonflikt; die Meta-Analyse von de Wit, Greer und Jehn (116 Studien, 8.880 Gruppen) zeigt, dass nur die letzten beiden stabil negativ mit Gruppenergebnissen zusammenhängen – Eskalation ist der Vorgang, bei dem ein Sachkonflikt sich in einen persönlichen übersetzt. Wer den Typ und die Stufe bestimmt, bevor er zum Gespräch greift, wählt das passende Mittel statt des gewohnten.

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Die schönste Unvollkommenheit ist die des anderen – Anna Bruk, Brené Brown und die Wissenschaft der gezeigten Verletzlichkeit

Der „beautiful mess effect“ (Bruk, Scholl & Bless 2018) zeigt, dass wir eigene Verletzlichkeit als Schwäche, dieselbe Offenheit bei anderen aber als Mut und Authentizität bewerten – gezeigte Unvollkommenheit ist deshalb kein Selbstoptimierungs-, sondern ein Beziehungsthema. Wer im Team echte Unfertigkeit zulässt, senkt die Schwelle für andere und schafft die Voraussetzung für Vertrauen und gemeinsames Lernen.

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Wenn Trauernde Verstorbene wahrnehmen – Phyllis Silverman, Margaret Stroebe und die Wissenschaft der fortbestehenden Bindung

Knapp die Hälfte aller Trauernden erlebt sensorische Wahrnehmungen Verstorbener, die die Forschung als normalen Ausdruck einer fortbestehenden Bindung versteht, nicht als Krankheit. Wer Trauernden begegnet, sollte begleiten statt bewerten – denn ob ein Mensch das Unfassbare ausspricht oder verschweigt, entscheidet sein Gegenüber mit.

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Die Illusion der perfekten Kommunikation – André Heller, Emma Levine und der Mut zur freundlichen Ehrlichkeit

Wir überschätzen, wie negativ andere auf Ehrlichkeit reagieren (Levine & Cohen 2018) – freundliche Ehrlichkeit schadet der Beziehung seltener als die diplomatische Schonung. Wer klar in der Ich-Form sagt, was er sieht, und es als seine Sicht kenntlich macht, verbindet Ehrlichkeit und Höflichkeit, ohne die Integrität zu opfern.

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Wenn das Machtstreben aus der Kränkung kommt – McClelland, der Dark-Triad-Befund und der kluge Umgang mit schwierigen Profilen im Team

Machtstreben wird dort zum Problem, wo es nicht der Sache dient, sondern eine innere Kränkbarkeit kompensiert – ein Muster, das die Forschung als vulnerablen Narzissmus und Dark Triad beschreibt, während McClelland zeigt, dass sozialisierte Macht das Gegenteil sein kann. Wer solchen Profilen im Team begegnet, verändert sie nicht, sondern schützt sich durch Sachlichkeit, Dokumentation, Allianzen und ein klares Gespür für Hirschmans Wahl zwischen Voice, Loyalty und Exit.

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Der Mut zu lächeln – Stephen Porges, die Polyvagal-Theorie und das Nervensystem der Begegnung

Lächeln ist keine Verleugnung schwerer Gefühle, sondern eine neurophysiologische Intervention – Facial-Feedback-Forschung, Polyvagal-Theorie und Co-Regulation zeigen, dass schon eine kleine Geste das eigene Nervensystem reguliert und das Gegenüber milder stimmt. Wer Emotionen erst akzeptiert und dann bewusst zum Lächeln zurückkehrt, öffnet Räume für Verbindung.

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Geduld und Mitgefühl – Gollum, Gandalf und was Charlotte Witvliet über den Groll weiß

Gandalfs Mitleid mit Gollum rettet am Ende Mittelerde – und Charlotte Witvliets Experimente zeigen die messbare Seite dieser Weisheit: Groll treibt Herzfrequenz, Blutdruck und Anspannung schon beim Daran-Denken nach oben, während imaginierte Vergebung das Nervensystem ruhig hält. Geduld mit schwierigen Menschen ist damit auch Selbstschutz; der ungesendete Brief macht den Perspektivwechsel praktisch übbar.

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Authentizität am Arbeitsplatz – Goethe, Herminia Ibarra und das „Von Herzen, aber nicht starr“

Echte Kommunikation muss „von Herzen gehen“ (Goethe) – aber Authentizität ist nach Herminia Ibarra kein starrer Kern, sondern anpassungsfähig: von Herzen kommunizieren und sich zugleich entwickeln dürfen. Konkrete, ehrliche Anerkennung ist der überprüfbar echte Weg von Herz zu Herz.

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Die Kraft positiver Begegnungen – Elaine Hatfield und die Ansteckung der Gefühle

Gefühle stecken an (emotionale Ansteckung, Elaine Hatfield): Wie wir jemandem begegnen, überträgt sich – Schärfe erzeugt Schärfe, Wärme erzeugt Wärme. Wer die negative Kette bewusst unterbricht und freundlich antwortet, hinterlässt glücklichere Menschen und steigert sein eigenes Wohlbefinden.

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