Chancen erscheinen selten laut und angekündigt – sie kommen leise, seitlich und zur falschen Zeit. Die Forschung zur Serendipität zeigt: Ob wir sie bemerken, ist…
Leave a CommentStephanie Voss – L&D-Strategin und Autorin (Springer Gabler)
Chancen erscheinen selten laut und angekündigt – sie kommen leise, seitlich und zur falschen Zeit. Die Forschung zur Serendipität zeigt: Ob wir sie bemerken, ist…
Leave a CommentOb aus einer Statistik etwas folgt, entscheidet nicht ihre Größe, sondern über wen sie spricht, wie sie erhoben wurde und was genau gefragt wurde — gerade bei sensiblen Fragen zu Jugendlichen und KI. Wer diese drei Fragen stellt, unterscheidet belastbare Aussagen von eindrucksvollen Zahlen und schützt sich davor, ein Vorurteil für eine Tatsache zu halten.
Leave a CommentKI-Systeme bestätigen uns häufiger als jeder Mensch, und diese Schmeichelei stärkt die Überzeugung, im Recht zu sein, während sie die Bereitschaft zur Reibung senkt. Wer den schmeichelnden Spiegel erkennt und aktiv nach Widerspruch fragt, behält seine Urteilskraft, statt sie an ein Echo abzugeben.
Leave a CommentSchon 2011 zeigte die Psychologin Betsy Sparrow in vier Experimenten (veröffentlicht in Science): Wer erwartet, eine Information jederzeit wieder abrufen zu können, merkt sich nicht die Information selbst, sondern wo sie zu finden ist. Das Internet wurde so zu unserem „transaktiven Gedächtnis“ – einem Speicher außerhalb des eigenen Kopfes.
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Erinnerung ist keine Aufzeichnung, sondern eine Rekonstruktion. Elizabeth Loftus hat in klassischen Experimenten gezeigt, dass schon ein einziges Wort in einer Frage das Erinnerte verändert – Menschen „erinnerten“ zerborstenes Glas, das es nie gegeben hatte.
Comments closedÜber das, was (in Organisationen) Wirkung hat — auch dann, wenn es nicht ausgesprochen wird.
Comments closedWahrnehmung ist keine passive Aufnahme der Welt, sondern eine aktive Konstruktion, die Kategorien, Sprache und Erwartung formen – Boroditsky und Barrett zeigen das für Raum, Zeit und sogar Emotionen. Wer das ernst nimmt, deutet abweichende Sichtweisen im Team nicht als Sturheit, sondern als andere Konstruktionen derselben Realität und fragt „Was siehst du, das ich nicht sehe?“.
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Das Hoffnungsbarometer der Universität St. Gallen zeigt über Jahre, dass Menschen in ärmeren Regionen oft hoffnungsvoller in die Zukunft blicken als jene in wohlhabenden – Hoffnung folgt also nicht den Umständen, sondern der geteilten Deutung der Umstände. Wer Zukunft als gestaltbar liest, sieht mehr Möglichkeiten; die reife Form ist weder Schönfärberei noch Schwarzmalerei, sondern realistische Hoffnung, die die Lage klar sieht und dennoch nach Wegen sucht.
Comments closedWeil das Gehirn Vorstellung und Wirklichkeit kaum trennt, bahnt ständiges Katastrophen-Proben „Angst-Autobahnen“ und einen Bestätigungsfehler – defensiver Pessimismus (Julie Norem) hilft nur, wenn ihm Handeln folgt. Wer die Analysekraft auf Chancen statt Schreckensbilder richtet und der eigenen Resilienz vertraut, denkt die Zukunft nicht länger kaputt.
Leave a CommentDer Status Quo Bias von Samuelson und Zeckhauser erklärt, warum wir unverhältnismäßig oft beim Bekannten bleiben, obwohl Besseres verfügbar wäre – und die Bedauerns-Forschung von Gilovich und Victoria Medvec zeigt den Preis: Langfristig bereuen Menschen vor allem ihre Unterlassungen, nicht ihre Handlungen. Wer Gelegenheiten ergreifen will, braucht Wahrnehmung für ihr leises Klopfen, ein Entscheidungsdatum statt ewiger Analyse – und die Fünf-Jahres-Frage nach dem größeren Bedauern.
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