Zum Inhalt springen

Kategorie: Wahrnehmung und Deutung

Mit anderen Augen sehen – die phänomenologische Methode von Edith Stein

Edith Steins phänomenologische Methode – besonders die Epoché, das Einklammern von Vorannahmen – ist ein praktisches Werkzeug, um Menschen und Situationen klarer und urteilsfreier wahrzunehmen. Wer erst beschreibt und dann deutet, verhindert Vorverurteilungen – im eigenen Kopf und im Team.

Leave a Comment

Vergleichen verzerrt – Leon Festinger, Carly McComb und warum der Blick auf andere unsere Wirklichkeit trübt

Der Mensch hat einen tief verankerten Drang, sich mit anderen zu vergleichen – Leon Festinger zeigte schon 1954, dass wir unsere Fähigkeiten und Meinungen vor allem an anderen Menschen messen, wenn objektive Maßstäbe fehlen.

Comments closed

Drei Ebenen der Einzigartigkeit – Geert Hofstede, Hazel Markus und die Frage, wie viel an uns wirklich „ich“ ist

Geert Hofstede unterscheidet drei Ebenen unserer mentalen Programmierung: die menschliche Natur, die wir genetisch teilen, die Kultur, die wir von Geburt an erlernen, und die Persönlichkeit, die teils ererbt, teils erworben ist. Die mittlere Ebene wird dabei systematisch unterschätzt – ein großer Teil dessen, was wir für unser ureigenes Urteil halten, ist kulturell vorgeprägt.

Comments closed

Von der Dummheit – Bonhoeffer, Solomon Asch, Charlan Nemeth und die Verteidigung des eigenen Denkens

Bonhoeffers „Von der Dummheit“ beschreibt Dummheit als Reflexionsverzicht, der dort wächst, wo Macht den Menschen das eigene Urteil abnimmt – Solomon Aschs Konformitätsexperimente (75 Prozent folgten mindestens einmal einem offensichtlich falschen Gruppenurteil) liefern den Laborbeweis, Charlan Nemeths Dissens-Forschung den Ausweg: Echter, geschützter Widerspruch verbessert das Denken ganzer Gruppen. Der Drei-Spalten-Echo-Check macht prüfbar, welche eigenen Überzeugungen nur Echo sind.

Leave a Comment

Schubladen-Denken – Susan Andersen und die Frage, mit wem wir da eigentlich gerade sprechen

Schubladen sortieren nicht nur Eigenschaften, sondern ganze Beziehungen – Susan Andersens Forschung zum relationalen Selbst zeigt, dass eine zufällige Ähnlichkeit mit einer wichtigen Bezugsperson genügt, um alte Gefühle und Erwartungen unbemerkt auf Fremde zu übertragen. Das Nebenstraßen-Experiment macht erfahrbar, was sichtbar wird, sobald man die Stammstrecke der eigenen Urteile verlässt.

Leave a Comment

Hamann hatte recht – António Damásio, Lisa Feldman Barrett und die Wissenschaft der emotionalen Kognition

Johann Georg Hamann (1730–1788) war einer der eigenartigsten Denker der Spätaufklärung. Königsberger wie Immanuel Kant, war er dessen intellektueller Kontrahent in einer der wichtigsten Auseinandersetzungen der europäischen Geistesgeschichte: Hamann widersprach Kants Hypothese der reinen Vernunft mit der Pointe, dass Erkenntnis ohne Sprache, Gefühl und Glauben unmöglich sei.

Comments closed

Wenn aus Steinen Wegweiser werden – Alia Crum, James Gross und die Wissenschaft des Reframings

Vor zweitausend Jahren hat der stoische Philosoph Epictet eine These formuliert, die die moderne Emotionsregulationsforschung in mehreren Hundert Studien validiert hat: Nicht die Ereignisse selbst belasten uns, sondern unsere Deutung dieser Ereignisse.

Comments closed

Sechs Fallen, drei Siebe – Ecker, Lewandowsky und die Architektur der Leichtgläubigkeit

Wir sind alle leichtgläubiger, als wir denken. Ulrich Ecker (University of Western Australia) und Stephan Lewandowsky (University of Bristol) haben in ihrer einflussreichen Review The psychological drivers of misinformation belief and its resistance to correction (Ecker et al.

Comments closed

Wenn Druck gemacht wird – fünf Manipulationstechniken und die Forschung dahinter

Manipulationstechniken sind nicht verborgen. Sie sind benannt, beforscht und replizierbar. Robert Cialdini hat in Influence (1984/2021) sechs – inzwischen sieben – Prinzipien beschrieben, die in nahezu allen Verkaufstrainings, Werbekampagnen und politischen Kommunikationsstrategien wiederkehren.

Comments closed