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Mit welcher Haltung wir in ein Gespräch gehen, beeinflusst sein Ergebnis stärker, als die meisten Menschen ahnen. Carol Dweck hat in jahrzehntelanger Forschung gezeigt: Wer Menschen – auch sich selbst – als veränderbar betrachtet (Growth Mindset), geht anders mit ihnen um – und ermöglicht ihnen damit Veränderung, die einem Fixed Mindset verschlossen bleibt.
Glaubenssätze entscheiden, wie wir Situationen deuten – oft lange bevor wir es bewusst merken. Daniel Kahneman hat in Thinking, Fast and Slow (2011) den Mechanismus beschrieben: System 1 arbeitet automatisch, schnell, kaum kontrollierbar.
„In the midst of difficulty lies opportunity“ – diese Maxime wird Albert Einstein zugeschrieben, eine klare Originalquelle in seinen verifizierten Schriften ließ sich nicht abschließend belegen. Die zugrunde liegende Beobachtung ist erheblich älter: Marc Aurel hat sie in den Selbstbetrachtungen (8.
„Quod licet Iovi, non licet bovi“ – was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt. Diese lateinische Maxime ist im mittelalterlichen Latein dokumentiert; eine klare Erstquelle ist nicht verifiziert.
„Manche beklagen, dass Rosensträucher Dornen tragen; ich freue mich, dass Dornen Rosen tragen“ – diese Maxime kursiert in vielen Sammlungen als „arabisches Sprichwort“, findet sich in ihrer bekanntesten Form aber bei Alphonse Karr (1808–1890) in seinem Journal Les Guêpes. Die Pointe trägt eine wichtige Doppelbeobachtung: Wer nur die Rosen sehen will, übersieht die Dornen – und wer nur die Dornen sieht, verpasst die Rosen.
„Serenity of mind is one of the most beautiful jewels of wisdom“ – diese Zeile aus James Allens As a Man Thinketh (1903) habe ich an anderer Stelle als Gelassenheit-als-reife-Erkenntnis beschrieben. Eine zweite Schicht von Allens Pointe verdient eigenen Raum: Gelassenheit wird leichter, wenn ich verstehe, dass Bedeutung gemacht wird, nicht gefunden.
„You cannot hope to build a better world without improving the individuals“ – schreibt Marie Curie 1923 in ihren Autobiografischen Notizen. Die volle Aussage ist wesentlich reicher als die populäre Verkürzung: Sie verbindet die individuelle Selbst-Arbeit mit einer geteilten Verantwortung für die Menschheit – und dem Hinweis, dass die eigentliche Pflicht darin besteht, jenen zu helfen, denen man konkret nützen kann.
„Remember, happiness doesn’t depend upon who you are or what you have, it depends solely on what you think“ – dieser Satz wird im Zitatebetrieb häufig Andrew Carnegie zugeschrieben, dem Stahlindustriellen. Tatsächlich stammt er von Dale Carnegie, dem amerikanischen Bestsellerautor von How to Win Friends and Influence People (1936) und How to Stop Worrying and Start Living (1948).
Dasselbe Buch kann ein heiliges Sakrament sein – oder ein Stapel beschriebener Blätter mit Lederrücken. Was es ist, entscheidet nicht das Buch, sondern der Blick darauf. In Cajamarca, am 16. November 1532, wurde diese Differenz zum tödlichen Missverständnis. Dieselbe Mechanik wirkt heute in jedem Konflikt, der von zwei Seiten als „objektiv eindeutig“ empfunden wird.
Wir bemerken Veränderungen an Menschen, die wir gut kennen, häufig nicht. Daniel J. Simons und Daniel T. Levin haben das Phänomen 1998 als change blindness beschrieben – in einem heute klassischen Experiment ersetzte mitten im Gespräch eine andere Person den ursprünglichen Gesprächspartner, ohne dass es bemerkt wurde.