Buchrezession: Sonja Görlich: Führungs-Hacks für den Alltag Taschenbuch: 160 Seiten

Der Aufbau des Buches hat mir gut gefallen. Erst vom eigenen Ich als Führungskraft zum Team, zur Organisation und dann zur Widerstandskraft zu kommen, passt zu den Einflussbereichen, die man hat und die sich gegenseitig bedingen. Neuen Führungskräften können die ein oder anderen Hacks sicherlich gut für ihre Arbeit gebrauchen. Die Hacks kommen viel aus dem systemischen und konstruktivistischen Ansatz, der sehr effektiv ist und auch im Coaching angewendet wird.

Dennoch sehe ich ein paar Schwächen in dem Buch, die mich zu einer eher mäßigen Bewertung gebracht haben.

Die erste Schwäche ist, der fehlende Bezug zur Organisation / Unternehmen, in der die Führungskraft agiert. Führung hat immer etwas mit dem Kontext zu tun, indem ich bin. Welche Werte hat die Organisation / das Unternehmen, wie ist der Umgang miteinander, den ich als Führungskraft durch Beobachtungen erkennen kann. Gibt es bestimmte Führungsrichtlinien oder besonderes Verhalten, was von der Organisation / Unternehmen gefordert wird? Eine Führungskraft kann nicht einfach führen, wie sie will. Der Führungsstil muss in den Kontext passen und zur Organisation / Unternehmen, indem die Führungskraft arbeitet. Im Buch wird dies nicht einmal erwähnt. Das finde ich sehr schade, da das Missachten der Organisationskultur schnell zu einem Missverstehen führen kann und dann sogar zum Ende der Führungsrolle. Man spricht hier von Kultur-Fitness.

Die zweite Schwäche ist die unsaubere bis mangelnde Inhalts-Recherche für die Hacks. Für jeden der Hacks gibt es „Erfinder“, die entweder nicht erwähnt oder falsch benannt werden.

Hier ein paar Beispiele für unsaubere Recherche, die ich in vielen weiteren Hacks in ähnlicher Weise vorfand:

1. Im Hack 1 beschreibt die Autorin den „Als ob Rahmen“ Das ist eine bekannte Frage von Steve de Shazer die Wunderfrage. Es wirkt in dem Buch, als sei es ihre Idee, dabei gibt es einen klaren Autor, der meines Erachtens genannt werden sollte

2. Im Hack 3 wird die „Hüte Methode“ beschrieben. Diese kommen von de Bono und sind abgewandelt von den sechs Denkhüten

3. Im Hack 5 wird die SMART + V Methode erklärt, diese kommt von Georg T. Doran und nicht von Peter Drucker, der sie nur aufnahm, (siehe https://community.mis.temple.edu/mis0855002fall2015/files/2015/10/S.M.A.R.T-Way-Management-Review.pdf). Das ergänzte V ist eigentlich zudem überflüssig, da es im R schon enthalten ist. Hier die Übersetzung aus dem Original-Artikel: “Realistic: Geben Sie an, welche Ergebnisse angesichts der verfügbaren Ressourcen realistischerweise erzielt werden können.“ Realistisch ist für den Menschen nur das, was er visionieren, sich vorstellen kann. Dafür erschaffen wir schließlich Visionen, um uns eine realistische Zukunft vorzustellen. Durch das angehängte V geht auch der Sinn von Akronymen verloren. Da ein Akronym immer ein eigenes Wort darstellen sollte, das zum Thema passen sollte. SMART+V würde also der Methode das SMARTe / Clevere nehmen.

Wenn ich einen Ratgeber oder ein Fachbuch lese, finde ich es wichtig, dass eine saubere Recherche gemacht worden ist. Inhalte, die von anderen entwickelt worden sind, sollten in einem Buch als solche gekennzeichnet werden. Autoren gar nicht zu nennen, wie es bei der „Als-ob-Frage“ oder der gewaltfreien Kommunikation (ist von Rosenberg) geschehen ist, suggeriert dem Leser, dass der Erfinder dieser Methode unbekannt ist oder die Autorin selbst. Falsche Autoren wie bei SMART für Inhalte anzugeben, nur weil die ersten Einträge bei Google gleich (schlecht recherchiert worden) sind, reicht in meinen Augen nicht aus. Hier sollte die Autorin Zeit investieren, die wirkliche Quelle zu finden. Ich schreibe selber Fachbücher und ich versuche immer an Original-Quellen zu bekommen, das kostet viel Zeit, aber es ist einfach fairer den wahren Autoren gegenüber, sie als Urheber zu benennen. Inhalte, die von anderen Autoren kommen, so zu formulieren, als seinen es eigene Entwicklungen, empfinde ich unfair und unlauter.

Buchrezession: Edward Kruger: Stoltz – das Attentat

Ein ehemaliger Revolutionär Stoltz kommt aus dem Exil der USA zurück und erlebt erst einmal ein Déjà-vu des Macht-Missbrauchs der Executive in Form von Wulberer in Stuttgart. Er wird über seine große Liebe als Druckmittel dazu gebracht, mit den Machthabern zu kooperieren. Dabei schafft er es ein fast unlösbares Problem mithilfe eines Freundes aus den USA zu lösen und die Zaren, Grafen und Könige nebst Gefolgen vor einem Attentat zu befreien. Neben diesen werden auf eine charmante Art andere historische Persönlichkeiten wie Graf von Zeppelin eingeflochten. Am Ende kommt Stoltz einem eigenen Rätsel auf die Spur.

Für mich war dieser Kriminalroman sehr spannend, auch wenn ich mich am Anfang etwas schwertat in die Geschichte einzutauchen.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und ihre Entwicklung wirkt auf mich überzeugend. Das Ende fand ich es dann doch etwas romantisch verklärt und es war mir ein wenig zu „dick aufgetragen“. Was allerdings für mich keinen großen Einfluss auf das Gesamtbild hat. Zwischendurch sind lustige Anspielungen und Formulierungen zu finden, die eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der jetzigen Zeit schlagen.
Die damalige Rolle der Frau in der Gesellschaft und im Privaten wird gut dargestellt. Die beiden „Nebencharakteren“ Fräulein Holder und der Frau Wulberer verdeutlichen dies sehr gut.
Die politischen Ränkeschmiede und Machenschaften des Adels, sowie deren Einstellungen zum Volk wird erschreckend klar dargestellt.

In meinen Augen ist auch die damalige Zeit sehr gut in dem Buch erfasst und ich konnte mich gut in die Zeit hineinversetzen. Das Buch kann ich wärmstens empfehlen.

Buchrezession: Maximilian Seewind: Kreuzfahrt Logbuch für Paare: Ein Reisetagebuch für eine unvergessliche Reise zu zweit (inkl. Checklisten, Reiseroute und Bucketlist für Paare)

Dieser Reisebegleiter ist ein liebevoll gestaltetes Logbuch, das den Kreuzfahrer vor, während und nach der Reise unterstützt. Es erinnert ein wenig an Freundschaftsbücher, was ich sehr passend finde, da ein Reisender sich mit dem Land, das er bereist, meistens anfreundet. Die Check- und Packlisten sind praktisch und nicht nur für eine Kreuzfahrt nützlich. Ebenso hilfreich finde ich den Test zum Kreuzfahrttypen und die Bucketliste, für Tätigkeiten an Bord. Schade finde ich allerdings, dass der Test zu dem Kreuzfahrtyp nicht gleich am Anfang stehen, da gerade der Test ja vor der Entscheidung zur Kreuzfahrt steht.

Die liebevollen Grafiken und Ideen zum kreativen Gestalten finde ich großartig. Es ist nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Balance zwischen vorgegebenen Feldern und kreativen Möglichkeiten ist sehr gelungen und lädt ein, sich jeden Tag der Reise für kurze Zeit mit dem Logbuch zu beschäftigen.

Das Logbuch eignet sich auch wunderbar, um andere Reisen vorzubereiten und Reise-Erinnerungen festzuhalten. Die Checklisten helfen sogar Wochenendreisen vorausschauend zu planen oder den Test ein wenig abzuwandeln, um endlose Diskussion zum Reiseziel zu vermeiden. Auch könnte ich mir vorstellen, dass es für Weltentdecker als Zusammenfassung pro Reise interessant sein kann, dass einem das gesamte Reiseleben begleitet. Gerade als Rucksacktourist ist das Buch perfekt geeignet, da es leicht, biegsam und durch die längliche Form gut in einen Trekking-Rucksack passt.

Der Spruch auf der letzten Seite fand ich wunderbar und möchte ihn gern zitieren: „Mit dem Leuchtturm am Horizont, der uns sicher durch die Dunkelheit führt, verankern wir Erinnerungen im Hafen unserer Seele, bis das Rufen des Meeres uns wieder auf Reisen schickt.“

Mein Fernweh ist auf jeden Fall erweckt, nun muss ich nur meinen Partner überzeugen. 😊

Danke an Lovely Books (https://www.lovelybooks.de), dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte. Es ist eine schöne Idee, in dieser Form ein Reisetagebuch zu schreiben.

Buchrezession: André Winkler: Der Klang der Rache

Das Buch ist voller Überraschungen und Wendungen. Auf den Mörder zu kommen ist während der Geschichte kaum möglich. Zwar gib es immer wieder Indizien, die auf das doppelte Spiel hinweisen, verlaufen dann aber im Sande.

Die Geschichte ist wirklich fesselnd, da der Täter so geschickt seine Spuren verwischt, dass es schwer ist hinter das Rätsel zu kommen. Nur um sich zu rächen, werden mehrere Morde in Kauf genommen und sogar Beziehungen zerstört. Intrigen, Manipulationstechniken und interessante Verwicklungen ziehen sich durch das gesamte Buch. Besonders spannend wie stark Fremd und Eigenwahrnehmung des Kommissars auseinander driften können und es möglich ist, das in einem Buch gut darzustellen. Zu beobachten, wie sich die Hauptakteure entzweien, nur weil geschickt Zwietracht gesät wird, ist faszinierend.

Eigentlich hätte ich dem Buch fünf Sterne gegeben, allerdings fand ich das Ende nicht ganz schlüssig und etwas weit hergeholt. Der Kontinent Wechsel hätte es nicht nötig gehabt und auch dass Opfer und Täter sich am Ende vertauschten. Was ich auch schade fand, ist das die Frau des Kommissars mit keinem Wort mehr erwähnt wurde, obwohl sie auch leidtragende war in diesem Rachefeldzug.

Wem ein unlogisches Ende, nach der Aufklärung des Täters nichts aus macht, dem empfehle ich auf jeden Fall den Krimi zu lesen. Es ist wirklich spannend, wie der Täter seinen als Jugendlicher gefassten Plan bis zum Ende durchzieht und dabei die Fassade der Unschuld aufrechterhalten kann.

Buchrezession: Elvie Moritz: Wrong man, wrong planet

Cathy, die Protagonisten soll wie alle andere Erdbewohner auf einen neuen Planeten umsiedeln, da Naturkatastrophen die Erde verwüsten. Sie ist ein Fluggast der letzten Raumfähre, indem ein Bekannter mitfliegt. Die Erdbevölkerung ist unterteilt in Arbeiter und höhere Klassen, Cathy und Brian gehören der gehobenen Klasse an. Die anderen Fluggäste sind Arbeiter bis auf eine weitere Ausnahme. Arbeiter werden wie Sklaven behandelt und als von geringerem Wert betrachtet. Während der Geschichte stellt sich heraus, dass Cathy unter den Arbeitern aufgewachsen ist und durch Beziehungen in die höhere Schicht aufgenommen worden ist. Auf dem Raumschiff ist zufälligerweise Ihr „adoptiv“ Bruder, der in die Arbeiterklasse eingestuft war.

Besonders spannend fand ich die Idee, wie künstliche Intelligenz, das Leben bestimmt und sogar Algorithmen vorgeben, die Entwicklung einer Beziehung vorher sagen zu können. Menschen erheben sich über Menschen, und klassifizieren sie in führende und unterdrückte Menschen. Es ist eine Welt voller Willkür, „Brot und Spiele“. Die Charaktere entfalten sich erst durch eine Notladung auf einen anderen Planeten und das monatelange Warten auf die Rettung, um zum Zielplaneten zu gelangen.

Cathy entdeckt ihre humanitäre Seite und erlebt dadurch selbst zum Sklaven zu werden. Brian versucht seinen Status zu behalten und agiert eher „undercover“. Dabei akzeptiert er die Willkür eines anderen Höheren und versucht, hinter dessen Rücken, Freiräume zu schaffen, wo es möglich ist.

Die Rolle und Sinnhaftigkeit des „adoptiv“ Bruders ist für mich nicht nachvollziehbar. Er wird eine Randfigur, obwohl ihm meiner Meinung nach eigentlich eine größere Rolle gehören sollte. Auch die Rolle der Mutter finde ich zu kurz aufgegriffen. Sie scheint sehr hart zu sein. Es ist fast ein Wunder, dass Cathy einen solch starken Gerechtigkeitssinn hat.

Es ist ein spannendes Buch, das mich in eine Welt entführt hat, die von der KI (künstlichen Intelligenz) beherrscht wird. Die Entwicklung der gelandeten Insassen ist spannend und zeigt charakterliche Veränderungen der Hauptakteure auf. Das Ende allerdings ist schwer nachvollziehbar. Zum Beispiel verstehe ich nicht, wie die neue Bevölkerung des neuen Planeten, so schnell Pferdewagen und andere zivilisierte Infrastrukturen ohne Werkzeuge entwickeln konnten. Einige Charaktere bleiben eher blass und scheinen für mich zu wenig Gewichtung zu bekommen, obwohl ihre Figur gut entworfen worden ist.

Buchrezession: René Anour: Tödlicher Duft

Tatsächlich beruht das Buch auf einer wissenschaftlich belegten Erkenntnis, dass Düfte Erinnerungen wachrufen. In diesem Buch geht es genau um diese Magie der Düfte. Die Charaktere sind interessant und skurril zusammengestellt und nach und nach werden die ein oder anderen vergangenen Geheimnisse gelüftet, die stimmig und spannend sind. Commissaire Campanard als Team-Chef hat eine bewegte Vergangenheit und fährt lieber E-Bike als Auto. Linda Delacours ist aufgrund eines lebensbedrohlichen Ereignisses aus ihrer Vergangenheit psychologisch instabil. Sie stellt sich mutig ihren Ängsten und der Dritte im Bunde ist gesundheitlich angeschlagen.

Die Geschichte um Eric Sentir Mord ist voll von Düften, wunderbaren atmosphärischen Beschreibungen der Provence und Grass. Man kann förmlich den Lavendel und den Jasmin riechen. Spannend ist, dass in der Mitte des Buches im Spaß der oder die Mörderin genannt wird, die dann allerdings von den drei Ermittlern sofort belustigend ausgeschlossen wird. So fiebert man bis zum Ende, wer es sein könnte. Die Rätsellösung macht tatsächlich Sinn und ist logisch, sowie überraschend zugleich.

Als Jugendliche hatte ich mit meinen Eltern die Parfümeurie Fragonard selbst besucht und konnte mich sofort an die Tiegel erinnern. Es war für mich wie eine Reise in die Provence. Die Geschichte liest sich flüssig und ist wunderbar mit interessanten Charakteren angereichert, die man irgendwie gleich selbst vor Augen hat, wenn man das Buch liest. Ich konnte das Buch nicht weglegen, da ich unbedingt wissen wollte, wer es war und welches Motiv dahintersteckt. Letztendlich ging es um die „Weltmacht“ der Pafümerie, in einer sehr charmanten Verpackung.

Wer Südfrankreich mag, gerne von der wunderbaren Patisserie und den südfranzösischen Düften inspirieren lässt, sowie einen gut recherchierten und auf faktenbasierten Krimi lesen möchte, sollte dieses Buch lesen. Ich werde es sicherlich einmal wieder lesen, da es mich wirklich faszinierte.

Buchrezession: Patrick Nest: Freitagabend bis Sonntagmittag

Die Idee der Geschichte finde ich wirklich fantastisch und gefiel mir auf Anhieb sehr gut. Allerdings war das Buch so sachlich geschrieben, wie ein Bericht, dass ich immer wieder daran verzweifelte. Die Charaktere, die im Buch vorkommen sind, vielschichtig und bunt. Diversity kann man hier wirklich erleben, auch die Beschreibungen verschiedener Kurse, die zum Teil grotesk wirken, brachte mich an der ein oder anderen Stelle zum Lächeln. Ich empfand die Überzeichnung der jetzigen Zeit interessant, vor allem in Bezug auf Ruri. Sie wirkt erst sehr sozial und interessiert gerade für Randgruppen, doch je mehr man in das Buch einsteigt erlebt man sie als sehr Ego getrieben. Ihren Egoismus verbirgt sie unter dem Mantel der sozialen Handlung und Haltung. Dabei verliert sie alle anderen, wie ihren Sohn, aus den Augen. Während Lukas versucht, ihr zu verdeutlichen was sie tut und was sie übersieht. Doch Ruri ist so in sich gefangen, dass sie das nicht wahrnehmen will.

Lukas ist trotz seiner unglücklichen und zum Teil gewalttätigen Kindheit derjenige der mehr soziale Verantwortung zeigt als Ruri, die aus einer auf den ersten Blick normaleren Familie kommt. Sieht man allerdings genauer hin, ist dies nur der Schein, da ihre Eltern sich weniger um die beiden Mädchen kümmerten, als sich selbst auszuleben. Vielleicht liegt daran ihr Handeln hinter der Fassade der sozial engagierten Frau.

Die Geschichte hat mich nervös und ein wenig irritiert zurückgelassen. Der Erzählstil ist so sachlich, dass es mich störte, da es wirklich sehr emotionale Fassetten hat, auf die nicht weiter eingegangen werden. So das Schicksal der Mutter von Lukas sehr neutral beschrieben. Er scheint es einfach zu akzeptieren.

Different personalities in each of us?!

The quote of the week comes from Swami Sivananda and reads as follows: “Everyone has different personalities that come to the fore like actors in different situations.”

Personalities that we show are context bound. This includes the four dimensions, mentioned by Lutz von Rosenstiel, to show a special behavior. The four levels are:

1. „Can I show the behavior“, i.e. have I acquired the skills to do so in the first place.

2. „Am I allowed to show the behavior“, i.e. which norms and rules prohibit or allow me to show certain behaviors

3. „Do I want to show the behavior“, we can decide not to show a certain behavior for good reasons, because e.g. we expect more work as a result of the changed behavior.

4. „If I have the opportunity to show the behavior“, i.e. if I am very good at moderating, I may never be allowed to take on the role. For this reason alone, we can act differently in different contexts.

Another reason is whether we feel accepted and respected in the situation. We recognize this very quickly through micro-facial expressions, eye contact, tone of voice and open or defensive gestures. Only when the autonomic nervous system calms down, we can act freely and authentically and not just reacting. This means that the atmosphere we create in a situation also determines the outcome.

A final third reason for these changed personalities lies in the past experiences and events that we have lived through. They lie in the subconscious and return to the conscious mind via emotions and feelings. Reactions based on past experiences that were successful at the time are always the first to be consulted by the brain as soon as similar situations arise. The feelings or emotions show us the way to the seemingly safe reaction we have learned. In the process, our own development and changes in personality are not “consulted”. This means that some reactions no longer fit, but still break through again and again and change the personality.

Yes, we have different forms of personality within us, depending on the situation and role. Something always emerges that belongs to the personality of the individual, sometimes it fits more with the past self, and sometimes it fits better with the present self.

With you starts the better world

The quote of the week that inspired me this time is: “We cannot change this world until individuals change.” (Marie Curie)

Marie Curie lived from 1867 to 1934. She was the only woman to be awarded the Nobel Prize several times. She works manly in natural science. Some of these fields were and still are male-dominated.

Marie Curie changed the world in her own way, because she did not succumb to the stigmas that were and sometimes still are attributed to women. Marie Curie dared to question the prejudices and pigeonholing of others and devoted herself to her urge and desire to research, single-mindedly without allowing herself to be dissuaded. In my eyes, she is a pioneer in showing that change at an individual level can have a big impact and make a difference.

What does that mean for the individual? It doesn’t have to be the Nobel Prize or being the first to do something. In my opinion, it’s small things like asking yourself:

What stereotypes, prejudices and premature assumptions do I consciously or unconsciously make about individuals?

  • How can I manage to be more neutral towards the person I am dealing with?
  • What do I need to keep being curious about what I can learn from the person I am talking to?
  • How can I talk to the person even better?
  • How can I take a step back with my wisdom and understand that my answers only apply to myself?
  • How can I meet someone at eye level?
  • How do I manage to take a step back with my wisdom and understand that my answers only apply to myself?
  • How can I meet someone at eye level, regardless of their status or education?

To know that we are all worth the same and that we are simply human and allowed to be human.

Buchrezession: Percival Everett: James

Bei James geht es um die Perspektive des Sklaven Jim, der sich in den selbstbewussten und willensstarken James verwandelt. Jim ist die Koseform von James. Allein durch die „gefühlte“ Namensänderung, wird die Wandlung des harmlosen, etwas stupiden Sklaven zum freien, intelligenten Mann deutlich.

Die Geschichte ist angelehnt an Mark Twains „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ Geschichte. James soll von seiner Familie getrennt werden und flieht, um so nach seinem Plan, dann sie freikaufen zu können. Der Leser wird entführt, die Ungerechtigkeit und Willkür der weißen Sklavenhalter zu erleben und die damaligen Schutzmechanismen der afroamerikanischen Bevölkerung zu erkennen. Eine Überlebensstrategie war sich, mit Absicht dümmer zu stellen, als man ist und unterwürfig zu zeigen. Um dieses Verhalten durchhalten zu können, entwickeln die amerikanischen Sklaven Satire und Slapstick, das von der weißen Bevölkerung als Eigenart von Sklaven einsortiert wird, da diese nichts anderes sind als „menschenähnliche Wesen.“

Das Buch hat mich gefesselt und durch die Szenen der Ungerechtigkeit und der Schutzmechanismen der unterworfenen, ausgebeuteten Sklaven zum Nachdenken gebracht. Die Wandlung von Jim in James ist sehr gelungen. Von einem gefügigen, akzeptierenden Sklaven, der bisher nur innerlich revolutionierte in einen selbstbewussten, kritischen und handlungsbereiten freien Mann ist erstaunlich gut gelungen. Die Deutlichkeit, in der die Schutzmechanismen der Sklaven dargestellt werden, ist plastisch und klar. Allerdings zu Beginn etwas irritierend. Spannend fand ich die unterschiedlichen Haltungen zu den Sklavereien sowohl von Seiten der Sklaven als auch von Seiten der Sklavenhalter. Dies ist meiner Meinung nach fantastisch gelungen. Ebenso wird angedeutet, wie ein plötzlicher „Sklaven-Besitz“ die Haltung und Einstellung ändern kann und eine Wandlung zum Freidenker in einen Besitz-Denkenden vollzieht. Etwas holperig fand ich die später herausgearbeitete Beziehung zu Huckleberry Finn, was aber dem Buch keinen Abbruch tut und eine weitere Fassette ergänzt, über die in Geschichtsbüchern eher kaum etwas zu finden sein wird.

Vieles davon ist übertragbar auf unsere eigene Haltung im Alltag, auf unsere Denkweise gegenüber anderen Nationen und Bevölkerungsgruppen. Wozu wollen wir gehören, zu den Menschen, die sich erheben oder zu denen, die Menschen als Menschen sehen, egal, wer sie sind und woher sie kommen? Es war für mich eine fantastische Grundlage, über meine eigenen Vorurteile nachzudenken. Die Geschichte zeigt auch, dass jeder von uns nur das wahrnimmt, was er wahrnehmen möchte.