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„Tout est difficile avant d’être facile“ – dieses Sprichwort wird oft als französische Volksweisheit zitiert, ist aber im westlichen Schrifttum erstmals 1732 in Thomas Fullers Gnomologia als Proverb 560 belegt; eine ältere persische Spur führt zu Saadi von Schiraz. Die Pointe trifft den Anfang jeder Lernkurve – die ersten Töne quietschen, die ersten Sätze stocken, die ersten Schritte sind schwer. Aber sie sagt nur die halbe Geschichte.
„Du bist zu schnell für dein Glück gelaufen. Jetzt, da du müde wirst und langsam gehst, holt es dich ein“ – diese Zeile wird Friedrich Nietzsche zugeschrieben, ist in dieser englischen Form aber eher eine populäre Paraphrase.
„Serenity of mind is one of the most beautiful jewels of wisdom“ – diese Zeile aus James Allens As a Man Thinketh (1903) habe ich an anderer Stelle als Gelassenheit-als-reife-Erkenntnis beschrieben. Eine zweite Schicht von Allens Pointe verdient eigenen Raum: Gelassenheit wird leichter, wenn ich verstehe, dass Bedeutung gemacht wird, nicht gefunden.
„Geduld nicht zu verlieren, auch wenn es unmöglich scheint, ist Geduld“ – diese japanische Weisheit umkreist einen Begriff, der im westlichen Sprachgebrauch oft mit Passivität verwechselt wird. Doch Geduld trägt eine eigene, aktive Form der inneren Haltung.
„Holding on to anger is like grasping a hot coal…“ – diese Zeile wird Buddha zugeschrieben, stammt aber tatsächlich aus dem Visuddhimagga des Buddhaghosa (5. Jh. n. Chr.), Kapitel IX, 23.
„His errors are volitional and are the portals of discovery“ – schreibt James Joyce 1922 in Ulysses und legt diesen Satz seinem Protagonisten Stephen Dedalus in der Bibliotheksszene in den Mund. Die populäre Kurzform – „Mistakes are the gateway to new discoveries“ – verkürzt die Pointe entscheidend. Joyce sagt nicht, dass Fehler zufällig zu Entdeckungen führen; er sagt, dass der Schöpferische seine Fehler willentlich begeht.
„Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren“ – Theodor W. Adorno schrieb diesen Satz als Aphorismus 122 in seinen Minima Moralia (1951), entstanden im kalifornischen Exil.
„Jeder hat verschiedene Persönlichkeiten, die wie Schauspieler in verschiedenen Situationen in den Vordergrund treten“ – ein Satz, der Swami Sivananda (1887–1963) zugeschrieben wird, dem indischen Yoga-Lehrer und Begründer der Divine Life Society. Was bei ihm fast theatralisch klingt, hat die Verhaltenswissenschaft seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in präzise Modelle übersetzt.