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„Live, and be happy, and make others so“ – dieser Satz aus Mary Shelleys Frankenstein (1818) zirkuliert heute als positiv-psychologisches Motto, ist im Original aber tragisch verortet. Er fällt in Kapitel 8 als letzte Worte der unschuldig zum Tode verurteilten Justine Moritz an ihre Freundin Elizabeth. Eine sterbende junge Frau wünscht der Bleibenden, was ihr selbst genommen wird.
„Manche beklagen, dass Rosensträucher Dornen tragen; ich freue mich, dass Dornen Rosen tragen“ – diese Maxime kursiert in vielen Sammlungen als „arabisches Sprichwort“, findet sich in ihrer bekanntesten Form aber bei Alphonse Karr (1808–1890) in seinem Journal Les Guêpes. Die Pointe trägt eine wichtige Doppelbeobachtung: Wer nur die Rosen sehen will, übersieht die Dornen – und wer nur die Dornen sieht, verpasst die Rosen.
„Wer Großes versucht, ist bewundernswert, auch wenn er fällt“ – diese Maxime kursiert unter Senecas Namen, ist in dieser exakten Form in seinen Werken aber nicht direkt nachweisbar. Sie umkreist Gedanken, die er in De Providentia und in den Epistulae Morales mehrfach formuliert hat: Das Wagen selbst ist eine moralische Größe, unabhängig davon, ob das Ergebnis gelingt.
Mein Buch Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen wurde inzwischen über 10.000 Mal aufgerufen, und das ist ein Anlass, eine Bewegung zu machen, die ich im Alltag oft vergesse: aufzuzählen, was und wer mich getragen hat.
„Le secret du bonheur et le comble de l’art, c’est de vivre comme tout le monde, en n’étant comme personne“ – diese Beobachtung Simone de Beauvoirs aus Mémoires d’une jeune fille rangée (1958) trägt eine produktive Spannung. Das Geheimnis des Glücks – und der Gipfel der Kunst – besteht darin, wie alle zu leben und doch wie keine andere zu sein.
„In nature, nothing exists alone“ – diese Beobachtung Rachel Carsons aus Silent Spring (1962, Kapitel 2) trägt eine Pointe, die weit über die Ökologie hinausgeht. Wer Pflanzen, Insekten, Vögel und Klima als isolierte Bausteine versteht, versteht das Ökosystem nicht.
„All actions, all works, all karma belong to nature, not to the divine. It is man who determines his earthly fate“ – diese populäre englische Übersetzung einer Passage aus der Bhagavad Gita (Kapitel 3) trägt eine produktive Spannung in sich. Handlungen entstehen aus der Natur, aber der Mensch ist für sein Schicksal verantwortlich. Julian B.