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„Audentes fortuna iuvat“ – „Den Mutigen hilft das Glück“ – stammt nicht von Emily Dickinson, sondern aus Vergils Aeneis (Buch X, ca. 19 v. Chr.). Der römische Dichter hat damit eine Beobachtung formuliert, die in der modernen Psychologie viele Bestätigungen findet.
Stille im Gespräch ist nicht die Abwesenheit von Kommunikation, sondern oft ihre intensivste Form. Martin Buber hat in Ich und Du (1923) gezeigt, dass die tiefste menschliche Begegnung jenseits der Sprache stattfindet.
Demokrit (ca. 460–370 v. Chr.), der lachende Philosoph der griechischen Antike, prägte einen Satz, der die spätere Glücksforschung um zweieinhalb Jahrtausende vorwegnahm: Glück wohnt nicht im Besitz und nicht im Gold, sondern in der Seele.
Sibilla Aleramo, eine der wichtigsten frühen feministischen Stimmen Italiens (1876–1960), schrieb: Die Liebe war der Grund meiner Existenz und der der ganzen Welt. Erich Fromm formulierte eine ähnlich radikale Pointe in Die Kunst des Liebens (1956): Liebe ist keine Emotion, die uns zustößt – sondern eine Praxis, die wir lernen können.
Neugier ist nicht primär eine Charakterstärke, sondern ein neuropsychologischer Zustand mit messbaren Effekten auf Lern- und Erinnerungsleistung.
William James, Begründer des amerikanischen Pragmatismus, soll geschrieben haben: Act as if what you do makes a difference. It does. Paul Watzlawick formulierte 1967 das erste Axiom seiner Kommunikationstheorie: Man kann nicht nicht kommunizieren.
Königin Christina von Schweden (1626–1689) war eine außergewöhnliche Frau ihrer Zeit – Wissenschaftsförderin, Friedenspolitikerin im Dreißigjährigen Krieg, Förderin René Descartes‘, Aphoristikerin. Ihre Pointe zur Zeit – Vergangenheit vergessen, Gegenwart annehmen oder genießen, Zukunft mit Gelassenheit erwarten – ist mehr als barocker Lebensspruch.
Manipulationstechniken sind nicht verborgen. Sie sind benannt, beforscht und replizierbar. Robert Cialdini hat in Influence (1984/2021) sechs – inzwischen sieben – Prinzipien beschrieben, die in nahezu allen Verkaufstrainings, Werbekampagnen und politischen Kommunikationsstrategien wiederkehren.
In der Adventszeit, wenn der Kalender voller wird als sonst, klingt Theodor Fontanes Bild fast subversiv: Ruhe, Stille, ein Sofa, eine Tasse Tee.
Stille ist die Voraussetzung von Reflexion – diese Einsicht ist nicht europäisch und nicht modern. Zhuangzi, chinesischer Philosoph des 4. Jahrhunderts v. Chr., hat sie in einem Bild zusammengefasst: Menschen spiegeln sich nicht in fließendem Wasser, sondern in stehendem.