Zum Inhalt springen

Monat: Februar 2025

Sarkasmus, Ironie, Zynismus – Li Huang, Olga Stavrova und die Gewürzkunde des Gesprächs

Sarkasmus steigert nach Li Huangs Experimenten die Kreativität von Sendern und Empfängern, erzeugt aber Konflikt, wo kein Vertrauen trägt – und das „zynische Genie“ entlarven Olga Stavrovas Daten von 200.000 Menschen aus 30 Ländern als Illusion: Zynischere Menschen schneiden bei Kompetenztests schlechter ab. Für wertschätzende Gespräche gilt die Gewürzkunde: Ironie dosiert, Sarkasmus nur unter Vertrauten und nie nach unten, Zynismus gar nicht – nachwürzen geht, entsalzen nicht.

Leave a Comment

Das Große entsteht im Kleinen – Jean Lave, Wanda Orlikowski und das alltägliche Lernen der Organisation

Organisationen lernen nicht in erster Linie in großen Programmen, sondern in den kleinen, alltäglichen Vollzügen ihrer Arbeit. Wanda Orlikowski hat in einer Studie zu global verteilter Produktentwicklung gezeigt, dass Können keine feste, gespeicherte Eigenschaft ist, sondern ein fortlaufendes Tun – ein „Wissen in der Praxis“, das in der täglichen Zusammenarbeit immer wieder neu hergestellt wird.

Comments closed

Schubladen-Denken – Susan Andersen und die Frage, mit wem wir da eigentlich gerade sprechen

Schubladen sortieren nicht nur Eigenschaften, sondern ganze Beziehungen – Susan Andersens Forschung zum relationalen Selbst zeigt, dass eine zufällige Ähnlichkeit mit einer wichtigen Bezugsperson genügt, um alte Gefühle und Erwartungen unbemerkt auf Fremde zu übertragen. Das Nebenstraßen-Experiment macht erfahrbar, was sichtbar wird, sobald man die Stammstrecke der eigenen Urteile verlässt.

Leave a Comment

Führung wird beobachtet, nicht verkündet – Linda Treviño, Janice Beyer und das Lernen am Modell in Organisationen

In sieben ineinandergreifenden Studien zeigten Michael Brown, Linda Treviño und David Harrison, dass Führungskräfte vor allem über eines wirken: als Modell, das beobachtet wird. Mitarbeitende lesen Werte nicht aus Leitbildern, sondern aus dem, was Führung tatsächlich tut – besonders dann, wenn niemand ein Skript hat.

Comments closed

Weshalb Feedback oft scheitert – das Johari-Fenster, Therese Huston und die Forschung zur Wirkung

Über ein Drittel aller Feedback-Interventionen verschlechtert die Leistung (Kluger & DeNisi 1996), weil Feedback in Selbst-Abwehr kippt – vor allem am blinden Fleck des Johari-Fensters. Wer vorab klärt, ob Anerkennung, Coaching oder Bewertung gebraucht wird (Huston), und zukunftsgerichtet fragt, macht aus Feedback gemeinsame Erkundung statt Belehrung.

Leave a Comment

Friede, Freude, Eierkuchen – Lencioni, Karen Jehn und der Preis der künstlichen Harmonie

„Friede, Freude, Eierkuchen“ erstickt aus Angst vor Beziehungskonflikten auch den produktiven Sachkonflikt – dabei zeigt Karen Jehns Studie an 105 Teams, dass Aufgabenkonflikte Leistung und Ideen fördern können, während Beziehungskonflikte fast immer schaden, und Lencionis fünf Dysfunktionen beschreiben die Folgen der künstlichen Harmonie. Die Jehn-Sortierung trennt beides praktisch: Sachkonflikte auf den Tisch, Beziehungskonflikte unter vier Augen – denn unterdrückte Reibung wandert hinter den Rücken.

Leave a Comment

Mit sich selbst Frieden schließen – Selma Lagerlöf, Carol Ryff und die Wissenschaft der Selbstannahme

Selbstannahme ist nach Carol Ryffs Sechs-Faktoren-Modell eine tragende Dimension psychischen Wohlbefindens und nach Carl Rogers‘ Paradox die Bedingung echter Veränderung – nicht ihr Hindernis; Selma Lagerlöfs Weg von der kindlichen Lähmung zur ersten Literaturnobelpreisträgerin zeigt, wie aus angenommener Begrenzung ein eigener Weg wird. Wer drei Tage lang das eigene Selbstgespräch samt Kontext beobachtet, macht den ersten Schritt von der Selbstverurteilung zur Selbstannahme.

Leave a Comment

Vom Pionier zur Assoziation – Friedrich Glasl, Elaine Romanelli und die Phasen, in denen Organisationen sich wandeln

Organisationen durchlaufen Entwicklungsphasen wie Lebewesen. Bernard Lievegoed und Friedrich Glasl beschreiben vier – Pionier-, Differenzierungs-, Integrations- und Assoziationsphase –, von denen jede in einer Krise endet, die die nächste erst möglich macht.

Comments closed

Der halbe Tag woanders – Killingsworth, Amishi Jha und die Wissenschaft des wandernden Geistes

Die Harvard-Studie von Killingsworth und Gilbert zeigt mit 2.250 Teilnehmenden, dass unsere Gedanken in fast 47 Prozent der wachen Zeit abschweifen und der wandernde Geist messbar unglücklicher ist – während Wendy Hasenkamps fMRT-Forschung das Bemerken des Abschweifens als trainierbaren Vier-Phasen-Zyklus beschreibt und Amishi Jha belegt, dass schon etwa zwölf Minuten tägliche Aufmerksamkeitsübung die Aufmerksamkeit unter Belastung schützen. Präsenz ist damit keine Wellness-Floskel, sondern eine messbare, lernbare Kompetenz für Wohlbefinden, Lernen und gute Gespräche.

Leave a Comment

Echte Führung: Auf Zeichen achten – die Mikropolitik der ersten Monate lesen lernen

Ob neue Führungskräfte ankommen, hängt nach Talya Bauers Meta-Analyse an drei Anpassungs-Hebeln – Rollenklarheit, Selbstwirksamkeit und sozialer Akzeptanz –, und die leisen Warnzeichen der Mikropolitik (Umgehungs-Kommunikation, Abschottung, Terminabsagen) sind deren Frühindikatoren. Der Drei-Hebel-Radar macht die Lage in zwei Wochen besprechbar: erst gegensteuern, dann ehrlich über die Passung bilanzieren.

Leave a Comment