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„To be alive—is Power— / Existence—in itself— / Without a further function— / Omnipotence—Enough—“ – so beginnt Emily Dickinsons Gedicht Nummer 677, geschrieben um 1862 in Amherst. Lebendig zu sein, schreibt sie, ist selbst schon Macht; die Existenz trägt ihre Erfüllung in sich, sie muss nicht zu etwas anderem werden.
Percy Bysshe Shelley schrieb 1816 in Mutability: „Nought may endure but Mutability.“ Heraklit hatte zweitausend Jahre vorher dasselbe gemeint, wenn auch ohne die populäre Formel vom „einzig Beständigen“, die später aus seiner Philosophie kristallisiert wurde.
Dasselbe Buch kann ein heiliges Sakrament sein – oder ein Stapel beschriebener Blätter mit Lederrücken. Was es ist, entscheidet nicht das Buch, sondern der Blick darauf. In Cajamarca, am 16. November 1532, wurde diese Differenz zum tödlichen Missverständnis. Dieselbe Mechanik wirkt heute in jedem Konflikt, der von zwei Seiten als „objektiv eindeutig“ empfunden wird.
Wir bemerken Veränderungen an Menschen, die wir gut kennen, häufig nicht. Daniel J. Simons und Daniel T. Levin haben das Phänomen 1998 als change blindness beschrieben – in einem heute klassischen Experiment ersetzte mitten im Gespräch eine andere Person den ursprünglichen Gesprächspartner, ohne dass es bemerkt wurde.
Frauen werden in der Finanzberatung messbar schlechter beraten als Männer. Die ZEW-Mannheim-Studie Gender Differences in Financial Advice unter Leitung von Tabea Bucher-Koenen dokumentiert: Männer bekommen häufiger Rabatte, Frauen häufiger überteuerte Fonds.