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Kategorie: Mut tut gut

Über wen sprechen die Zahlen? — Datenkompetenz und die Kunst, Statistik zu lesen

Ob aus einer Statistik etwas folgt, entscheidet nicht ihre Größe, sondern über wen sie spricht, wie sie erhoben wurde und was genau gefragt wurde — gerade bei sensiblen Fragen zu Jugendlichen und KI. Wer diese drei Fragen stellt, unterscheidet belastbare Aussagen von eindrucksvollen Zahlen und schützt sich davor, ein Vorurteil für eine Tatsache zu halten.

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Was kein Chatbot kann — Nancy Kline, Hartmut Rosa und die Wissenschaft des Zuhörens

Echtes Zuhören ist keine Datenübertragung, sondern geschenkte Aufmerksamkeit, die den Denkraum des anderen öffnet und über Stimme, Blick und Pause Bedeutung trägt — genau die Kanäle, in denen eine textbasierte KI blind bleibt. Wer den Unterschied zwischen dem Echo einer Maschine und der Resonanz eines Menschen kennt, gibt das Zuhören nicht an ein System ab, das es nur simuliert.

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Der schmeichelnde Spiegel — Myra Cheng, Maurice Jakesch und die Wissenschaft der Bestätigung

KI-Systeme bestätigen uns häufiger als jeder Mensch, und diese Schmeichelei stärkt die Überzeugung, im Recht zu sein, während sie die Bereitschaft zur Reibung senkt. Wer den schmeichelnden Spiegel erkennt und aktiv nach Widerspruch fragt, behält seine Urteilskraft, statt sie an ein Echo abzugeben.

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Wenn Reden nicht mehr reicht – Karen Jehn, Lindred Greer und die Frage nach der Eskalationsstufe

Karen Jehn unterscheidet Aufgaben-, Prozess- und Beziehungskonflikt; die Meta-Analyse von de Wit, Greer und Jehn (116 Studien, 8.880 Gruppen) zeigt, dass nur die letzten beiden stabil negativ mit Gruppenergebnissen zusammenhängen – Eskalation ist der Vorgang, bei dem ein Sachkonflikt sich in einen persönlichen übersetzt. Wer den Typ und die Stufe bestimmt, bevor er zum Gespräch greift, wählt das passende Mittel statt des gewohnten.

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Die dritte Schleife – Karen Watkins, Victoria Marsick und die Frage, wie eine Organisation das Lernen lernt

Deutero-Lernen – das Lernen über das eigene Lernen – geht auf Gregory Bateson (1942) zurück, wurde von Argyris und Schön aufgenommen und von Karen Watkins und Victoria Marsick über das DLOQ erstmals messbar gemacht; der populäre Begriff „Triple-Loop-Learning“ stammt dagegen nachweislich nicht von Argyris und Schön. Wer Lernkultur wirksam entwickeln will, prüft regelmäßig nicht nur Inhalte und Ziele, sondern die Lernroutinen selbst – und wählt bewusst die passende Schleife statt der anspruchsvollsten.

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Was wir dem Werkzeug überlassen – Betsy Sparrow, der Google-Effekt und das Gedächtnis im KI-Zeitalter

Schon 2011 zeigte die Psychologin Betsy Sparrow in vier Experimenten (veröffentlicht in Science): Wer erwartet, eine Information jederzeit wieder abrufen zu können, merkt sich nicht die Information selbst, sondern wo sie zu finden ist. Das Internet wurde so zu unserem „transaktiven Gedächtnis“ – einem Speicher außerhalb des eigenen Kopfes.

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Goldene Erinnerungen – Elizabeth Loftus, Laura Carstensen und warum unser Gedächtnis kein Archiv ist

Erinnerung ist keine Aufzeichnung, sondern eine Rekonstruktion. Elizabeth Loftus hat in klassischen Experimenten gezeigt, dass schon ein einziges Wort in einer Frage das Erinnerte verändert – Menschen „erinnerten“ zerborstenes Glas, das es nie gegeben hatte.

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