Zum Inhalt springen

Kategorie: Mut tut gut

Wenn Reden nicht mehr reicht – Karen Jehn, Lindred Greer und die Frage nach der Eskalationsstufe

Karen Jehn unterscheidet Aufgaben-, Prozess- und Beziehungskonflikt; die Meta-Analyse von de Wit, Greer und Jehn (116 Studien, 8.880 Gruppen) zeigt, dass nur die letzten beiden stabil negativ mit Gruppenergebnissen zusammenhängen – Eskalation ist der Vorgang, bei dem ein Sachkonflikt sich in einen persönlichen übersetzt. Wer den Typ und die Stufe bestimmt, bevor er zum Gespräch greift, wählt das passende Mittel statt des gewohnten.

Leave a Comment

Die dritte Schleife – Karen Watkins, Victoria Marsick und die Frage, wie eine Organisation das Lernen lernt

Deutero-Lernen – das Lernen über das eigene Lernen – geht auf Gregory Bateson (1942) zurück, wurde von Argyris und Schön aufgenommen und von Karen Watkins und Victoria Marsick über das DLOQ erstmals messbar gemacht; der populäre Begriff „Triple-Loop-Learning“ stammt dagegen nachweislich nicht von Argyris und Schön. Wer Lernkultur wirksam entwickeln will, prüft regelmäßig nicht nur Inhalte und Ziele, sondern die Lernroutinen selbst – und wählt bewusst die passende Schleife statt der anspruchsvollsten.

Leave a Comment

Was wir dem Werkzeug überlassen – Betsy Sparrow, der Google-Effekt und das Gedächtnis im KI-Zeitalter

Schon 2011 zeigte die Psychologin Betsy Sparrow in vier Experimenten (veröffentlicht in Science): Wer erwartet, eine Information jederzeit wieder abrufen zu können, merkt sich nicht die Information selbst, sondern wo sie zu finden ist. Das Internet wurde so zu unserem „transaktiven Gedächtnis“ – einem Speicher außerhalb des eigenen Kopfes.

Leave a Comment

Goldene Erinnerungen – Elizabeth Loftus, Laura Carstensen und warum unser Gedächtnis kein Archiv ist

Erinnerung ist keine Aufzeichnung, sondern eine Rekonstruktion. Elizabeth Loftus hat in klassischen Experimenten gezeigt, dass schon ein einziges Wort in einer Frage das Erinnerte verändert – Menschen „erinnerten“ zerborstenes Glas, das es nie gegeben hatte.

Comments closed

Gib dem Kummer Worte – Shakespeare, Amy Edmondson und die Resilienz von Teams

Resilienz ist nicht nur individuelle Stärke, sondern eine kollektive Kapazität von Teams, sich gemeinsam von Rückschlägen zu erholen (Stoverink et al. 2020; Hartmann et al. 2020) – und ihr entscheidender Hebel ist, ob ein Team seine Rückschläge aussprechen darf, was psychologische Sicherheit (Edmondson) voraussetzt. Wie Shakespeares Malcolm mahnt: Wird dem Kummer kein Wort gegeben, zerbricht das überladene Herz im Stillen – auf Teamebene heißt das, ungesprochene Rückschläge zehren Vertrauen, Lernen und Leistung auf.

Comments closed