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Anita Williams Woolley und Kolleg:innen haben 2010 in Science einen bemerkenswerten Befund publiziert: Es gibt einen messbaren Collective Intelligence Factor von Teams, der nicht aus dem durchschnittlichen IQ der Mitglieder hervorgeht – sondern aus drei anderen Faktoren: der sozialen Wahrnehmungsfähigkeit der Mitglieder, der gleichmäßigen Redeverteilung und dem Frauenanteil im Team.
Neugier ist nicht primär eine Charakterstärke, sondern ein neuropsychologischer Zustand mit messbaren Effekten auf Lern- und Erinnerungsleistung.
Die Pointe, dass Glück geschieht, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft, wird verschiedensten Personen zugeschrieben – Denzel Washington, Oprah Winfrey, Seneca. Verifiziert verortet ist sie bei Louis Pasteur in seiner Rede an der Universität Lille 1854: Le hasard ne favorise que les esprits préparés.
Jede Ambition hat einen Schatten. Was wir uns wünschen, bringt mit, was wir nicht eingerechnet haben – andere Wege werden blockiert, andere Menschen werden mitbetroffen, andere Ressourcen werden verbraucht.
„Ein Problem zu lösen heißt, sich vom Problem zu lösen“ – diese Maxime wird Goethe zugeschrieben, lässt sich in seinen Werken aber nicht direkt belegen. Das Wortspiel zwischen lösen (im Sinn von „das Problem lösen“) und sich lösen (im Sinn von „loskommen“) ist eine moderne Verdichtung.
„Lieber nichts tun, als sich blind in eine Tätigkeit stürzen“ – diese Maxime kursiert unter Laotses Namen, ist aber eine moderne Verdichtung der wu-wei-Lehre aus dem Daodejing (ca. 4. Jahrhundert v.
„A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone“ – diese Maxime aus Henry David Thoreaus Walden (1854) wird heute oft frei als „Je mehr ein Mensch hinter sich lassen kann, desto reicher ist er“ zitiert. Die populäre deutsche Fassung verschiebt die Nuance: Thoreau spricht weniger vom Loslassen als vom Nicht-Anfangen dessen, was nicht wesentlich ist.
„His errors are volitional and are the portals of discovery“ – schreibt James Joyce 1922 in Ulysses und legt diesen Satz seinem Protagonisten Stephen Dedalus in der Bibliotheksszene in den Mund. Die populäre Kurzform – „Mistakes are the gateway to new discoveries“ – verkürzt die Pointe entscheidend. Joyce sagt nicht, dass Fehler zufällig zu Entdeckungen führen; er sagt, dass der Schöpferische seine Fehler willentlich begeht.
Beim Schreiben eines Fachbuchs zur Gesprächsführung steht man früh vor einer Grundsatzentscheidung: Soll das Buch Techniken vermitteln, mit denen man andere von der eigenen Position überzeugt – oder soll es etwas anderes versuchen? Bei Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen (Springer Gabler, 2023) fiel die Entscheidung gegen das Überzeugungs-Paradigma und für eine andere Lesart von Dialog: Begegnung statt Beeinflussung.
Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen (Springer Gabler, 2023) ist keine Sammlung von Gesprächstechniken. Es ist eine Untersuchung dessen, was Techniken überhaupt erst tragen oder scheitern lässt: Haltung, Deutungsmuster und das Unterbewusstsein, die jedes Gespräch begleiten, bevor das erste Wort fällt.