Last updated on 15/06/2026
Wir jagen den großen Zielen hinterher und übersehen dabei, woraus ein erfülltes Leben tatsächlich gebaut ist: aus vielen kleinen Momenten. Die Psychologin Tamlin Conner zeigt in ihrer Forschung zum Alltagserleben, dass es weniger die seltenen großen Ereignisse sind, die unser Wohlbefinden tragen – sondern die Häufigkeit kleiner positiver Erfahrungen. „It’s the little things that count“ ist hier kein Kalenderspruch, sondern Befund.
„Was den Tag zu einem erfüllten Tag macht, sind die kleinen Momente zwischendurch.“
Wir setzen uns ambitionierte Ziele, die uns motivieren – das ist gut. Doch oft sind wir so auf das nächste Meeting, das nächste Event, den nächsten Beweis unserer Wirksamkeit fokussiert, dass die zauberhaften Momente um uns herum unbemerkt vorbeiziehen.
Warum die kleinen Momente mehr wiegen, als wir denken
Wir glauben intuitiv, große Ereignisse – die Beförderung, der Urlaub, der Abschluss – machten uns glücklich. Tamlin Conner und Kolleg:innen haben das Alltagserleben vieler Menschen über Wochen untersucht und ein konsistentes Muster gefunden: Es ist nicht die Intensität eines seltenen Höhepunkts, sondern die Häufigkeit kleiner positiver Erfahrungen, die Wohlbefinden, Sinn und sogar Kreativität nährt. Ein großer Moment verblasst schnell; viele kleine Momente summieren sich – Tag für Tag.
Diese kleinen Momente sind überall: die ersten Blümchen, die den gefrorenen Boden durchbrechen, die zartgrünen Blätter, der erste Marienkäfer, die warme Sonne auf der Nasenspitze, ein ehrliches Lachen im Flur, ein gelungener Satz in einer schwierigen Mail.
Die Brücke
- Haltung: Ich behandle die kleinen Momente nicht als Pause vom „eigentlichen“ Leben, sondern als das, woraus es besteht.
- 1, 2, 3 – mein Handeln: Ich nehme bewusst dreimal am Tag einen kleinen guten Moment wahr; ich halte abends einen davon fest; ich gönne mir die Pause, ihn wirklich zu spüren, statt direkt weiterzueilen.
- a, b, c – Wirkung im System: Wer kleine Momente benennt, hebt die Stimmung im Team · Erfolge zwischendurch werden sichtbar, nicht nur das große Ziel am Ende · es entsteht ein Alltag, der trägt, statt nur auf den nächsten Meilenstein zu warten.
Praxis: Die Drei-Momente-Gewohnheit
- Such dir dreimal am Tag bewusst einen kleinen Moment – ein Licht, ein Wort, einen Geschmack.
- Notiere abends einen davon in einem Satz. Häufigkeit schlägt Größe – auch beim Festhalten.
- Erzähle morgen jemandem davon. Geteilte kleine Momente werden größer.
KI im Lernalltag
Ein KI-Sprachmodell kann den Blick kalibrieren: „Nenne mir zehn unscheinbare Momente in einem ganz normalen Arbeitstag, die man als klein und schön erleben könnte.“ Die kritische Kante: Erleben kann die KI nicht für dich – sie gibt Anstöße, das Spüren bleibt deins.
Zum Schluss
Während wir auf das Große warten, geht das Leben in lauter kleinen Momenten weiter. Welchen kleinen Moment willst du heute nicht verpassen?
Wie unsere Haltung unser Erleben formt, klingt in meinem Buch Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen an (tidd.ly/4vwIC98, *Affiliate-Link).
Quellen
- Conner, T. S. u. a.: Forschung zum Alltagserleben und Wohlbefinden (Daily Experiences Lab, University of Otago) – Häufigkeit kleiner positiver Erfahrungen als Treiber von Wohlbefinden. „It’s the little things that count.“
- Cross-Ref: „Kleine Wunder des Alltags“ (C2, Tali Sharot – warum wir das Gute übersehen).
- Voss, S. (2023): Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen. Springer Gabler.
Die in diesem Beitrag formulierten Gedanken sind privat. Sie geben weder Position noch Praxis meines Arbeitgebers wieder, sondern reflektieren wissenschaftliche Literatur und persönliche Lernerfahrungen.
Teil der Serie ‚Mut tut gut‘ – Cluster 1: Innere Haltung (Cluster-Zuordnung als Vorschlag)
Zusammenfassung: Nicht die seltenen großen Ereignisse, sondern die Häufigkeit kleiner positiver Momente trägt unser Wohlbefinden (Tamlin Conner). Wer den Alltag als Summe kleiner Momente begreift und sie bewusst wahrnimmt, lebt erfüllter – und hebt auch im Team die Stimmung.


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