Last updated on 15/06/2026
Ruhe macht nicht langsam, sondern leistungsfähig: Die Stanford-Forscherin Emma Seppälä zeigt, dass Gelassenheit Erfolg eher fördert als der Dauerstress, den wir dafür halten. Und ein entspannter Körper, so Yogananda, lädt den geistigen Frieden ein. Wer ruhig ist, kann anderen offener und wohlwollender begegnen.
„Ein Körper, der ruhig und entspannt ist, lädt den geistigen Frieden ein.“
— Paramahansa Yogananda (1893–1952), Inner Peace
Yoganandas Satz zeigt, wie eng Körper und Haltung zusammenhängen. Wenn wir entspannt sind, fällt es leichter, andere wohlwollend zu sehen und ihre Andersartigkeit anzunehmen. In diesem Zustand sind wir weniger in uns selbst gefangen und können offene, respektvolle Verbindungen knüpfen. Anspannung dagegen führt schnell zu Ablehnung und einer konfliktbereiten Grundhaltung.
Warum Ruhe stark macht
Lange galt Stress als Preis des Erfolgs. Emma Seppälä, Wissenschaftsdirektorin am Stanforder Zentrum für Mitgefühlsforschung, widerspricht: Ihre Auswertung der Forschung zu Resilienz, Willenskraft und Kreativität zeigt, dass Gelassenheit Produktivität und Leistung eher steigert als chronische Anspannung. Ruhe ist kein Gegenteil von Wirksamkeit, sondern ihre Voraussetzung. Körperlich hat das einen Anker: In einem Zustand sozialer Sicherheit beruhigt sich das Nervensystem, und wir bleiben offen statt abwehrbereit (vgl. → Artikel zur Polyvagal-Theorie).
Praxis: Sechs kleine Wege zu mehr Ruhe
Du musst nicht meditieren lernen, um ruhiger zu werden. Wähl ein bis zwei dieser Wege für diese Woche:
- Atem: einmal täglich fünf Minuten bewusst langsam atmen – Ausatmen länger als Einatmen.
- Bewegung: ein kurzer Spaziergang oder ein paar Dehnübungen lösen Anspannung.
- Umfeld: Zeit mit Menschen, die ruhige Energie ausstrahlen.
- Kreative Pause: zeichnen, musizieren, schreiben – um den Kopf zu klären.
- Dankbarkeit: abends drei gute Dinge notieren.
- Eins nach dem anderen: Multitasking beenden – es senkt Stress und hebt Qualität.
KI im Lernalltag
Eine KI kann den Rahmen für Ruhe schützen helfen – etwa, indem sie Dir feste Atem- oder Bewegungspausen in den Tag plant und Erinnerungen setzt. Die kritische Kante: Ruhe entsteht nicht im Gerät, sondern wenn Du es weglegst. Eine App kann Dich an die Pause erinnern; entspannen musst Du selbst – und oft ist der erste Schritt, die Benachrichtigungen leiser zu stellen, nicht lauter.
Zum Schluss
Indem wir in unserem eigenen Leben Entspannung fördern, strahlen wir Ruhe auf unser Umfeld aus – Frieden ist ansteckend. Er beginnt mit jedem Einzelnen von uns. Wo könntest Du heute eine kleine Insel der Ruhe einbauen, von der auch andere etwas haben?
Wie Haltung und innere Ruhe unsere Begegnungen prägen, beschreibe ich in meinem Buch Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen (tidd.ly/4vwIC98, *Affiliate-Link).
Quellen
- Seppälä, E. (2016): The Happiness Track. How to Apply the Science of Happiness to Accelerate Your Success. HarperOne. (Stanford CCARE – Gelassenheit & Leistung)
- Yogananda, P. (1893–1952): Inner Peace (Self-Realization Fellowship; gemeinfrei).
- Porges, S. W.: Polyvagal-Theorie (Beleg-Verstärkung; ausführlich → Artikel zur Polyvagal-Theorie).
- Voss, S. (2023): Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen. Springer Gabler.
Die in diesem Beitrag formulierten Gedanken sind privat. Sie geben weder Position noch Praxis meines Arbeitgebers wieder, sondern reflektieren wissenschaftliche Literatur und persönliche Lernerfahrungen.
Teil der Serie ‚Mut tut gut‘ – Cluster 1: Innere Haltung (Cluster-Zuordnung als Vorschlag)
Zusammenfassung: Ruhe ist kein Gegenteil von Leistung, sondern ihre Voraussetzung – Emma Seppälä zeigt, dass Gelassenheit Erfolg fördert, und Yogananda erinnert daran, dass ein entspannter Körper den geistigen Frieden einlädt. Kleine Wege wie bewusstes Atmen und das Ende des Multitaskings machen Ruhe alltagstauglich und ansteckend.


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