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Schlagwort: LearningAndDevelopment

Führen heißt anpassen – Gedanken nach dem SLII-Training

SLII® lehrt, Kompetenz und Motivation situativ zu lesen – doch ohne reflektierte eigene Deutungsmuster wird das dynamische Modell zur Schablone, wie auch die empirische Kritik (Graeff 1997, Vecchio et al. 2009) nahelegt. Wirksame Führung beginnt deshalb mit Haltung: Rolf Arnolds Formel „Erforsche Deine eigene Regelhaftigkeit“ macht aus dem Führungsmodell erst ein lebendiges Werkzeug – idealerweise mit vorgelagertem Haltungsworkshop.

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Status Quo Bias – Samuelson, Zeckhauser, Victoria Medvec und der Preis des Zögerns

Der Status Quo Bias von Samuelson und Zeckhauser erklärt, warum wir unverhältnismäßig oft beim Bekannten bleiben, obwohl Besseres verfügbar wäre – und die Bedauerns-Forschung von Gilovich und Victoria Medvec zeigt den Preis: Langfristig bereuen Menschen vor allem ihre Unterlassungen, nicht ihre Handlungen. Wer Gelegenheiten ergreifen will, braucht Wahrnehmung für ihr leises Klopfen, ein Entscheidungsdatum statt ewiger Analyse – und die Fünf-Jahres-Frage nach dem größeren Bedauern.

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Coaching ist Infrastruktur – Theeboom, Jones und die Wissenschaft der begleiteten Entwicklung

Drei Meta-Analysen belegen, dass begleitetes Coaching messbar wirkt (g = 0,43–0,74; δ = 0,36) und dass die Qualität der Arbeitsbeziehung (r = 0,41) mehr über den Erfolg entscheidet als jede Technik – Coaching ist damit kein Add-on, sondern Infrastruktur wirksamer Lernarchitekturen. Wer ohne ehrlichen, fordernden Spiegel arbeitet, erreicht selten, was möglich wäre; diesen Spiegel kann eine feste Partnerschaft tragen, ein KI-Modell nur ergänzen.

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Gischt im Gesicht oder Stillstand in der Flaute? – Amy Wrzesniewski, Jane Dutton und das Job Crafting

Nicht der Sturm, sondern die Flaute ist die größte Gefahr – und gegen beruflichen Stillstand beschreibt das Job Crafting von Amy Wrzesniewski und Jane Dutton drei Stellschrauben: Aufgaben verändern (Task), Beziehungen gestalten (Relational) und den Kurs neu deuten (Cognitive). Wer sein Segel der Freude führen lernt, wartet nicht auf besseren Wind, sondern nutzt jede Brise – notfalls im Trapez.

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Aufschieben mit System – Angela Chu, Jihae Shin und die zwei Gesichter der Prokrastination

Die Forschung unterscheidet zwei Gesichter der Prokrastination – passives Ausweichen schadet Leistung und Gesundheit (Sirois), während aktives, selbst gewähltes Aufschieben nach Angela Chu und Jin Nam Choi leistungsneutral bleibt und nach Jihae Shin und Adam Grant in moderater Dosis sogar die Kreativität steigert (umgekehrte U-Kurve). Aufschieben mit System heißt: Problem laden, bewusst inkubieren lassen, mit festem Termin zurückkehren.

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Vom Wunsch zur Wirkung – Lisa Burke, Holly Hutchins und warum Lernplanung über Tagungserfolg entscheidet

Die Transfer-Synthese von Lisa Burke und Holly Hutchins zeigt, dass Lernerfolg an drei Faktorenbündeln hängt – Lernende, Design und vor allem dem Arbeitsumfeld nach dem Event –, weshalb überladene Tagungsprogramme ohne Bedarfsanalyse als Gießkanne verpuffen. Das Auftragsklärungs-Quartett (Wirkung, Auswahl, Umfeld, Messung) verwandelt Wunschlisten in Wirkungspläne – denn ein Ziel ohne Plan bleibt ein Wunsch, wem auch immer der Satz gehört.

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Die Kraft der Stille – Christopher Long, das Default Mode Network und die produktive Einsamkeit

Gewählte Einsamkeit (solitude) ist kein Rückzug, sondern einer der produktivsten Zustände des Geistes – Long und Averill, die Forschung zum Default Mode Network und Csikszentmihalyi zeigen, dass kreative Verknüpfungen und Einsichten gerade in Phasen scheinbarer Untätigkeit entstehen. Wer bewusst Räume für Stille einbaut, schafft die Voraussetzung für Lerntiefe, Originalität und fundierte Entscheidungen.

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Geduld und Mitgefühl – Gollum, Gandalf und was Charlotte Witvliet über den Groll weiß

Gandalfs Mitleid mit Gollum rettet am Ende Mittelerde – und Charlotte Witvliets Experimente zeigen die messbare Seite dieser Weisheit: Groll treibt Herzfrequenz, Blutdruck und Anspannung schon beim Daran-Denken nach oben, während imaginierte Vergebung das Nervensystem ruhig hält. Geduld mit schwierigen Menschen ist damit auch Selbstschutz; der ungesendete Brief macht den Perspektivwechsel praktisch übbar.

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Die Neutrale Zone – William Bridges, Nancy Schlossberg und die Wissenschaft der Übergänge

Veränderung ist ein äußeres Ereignis, der Übergang der innere psychologische Prozess – und zwischen Ende und Neuanfang liegt die Neutrale Zone, eine Phase der Verunsicherung, die zugleich der Nährboden für das Neue ist (Bridges, Mezirow, Schlossberg). Wer Übergänge als eigene Phase mit eigener Logik anerkennt, statt sie zu überspringen, schafft die Voraussetzung für gelingende Transformation.

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Dankbarkeit, wenn es schwer wird – Robert Emmons, die Desirable Difficulties und die Resilienzressource Dankbarkeit

Dankbarkeit ist keine Schönwetter-Stimmung, sondern eine trainierbare Haltung, die gerade in schwierigen Zeiten zur Resilienzressource wird – Emmons‘ Tagebuchstudien, Woods Übersichtsarbeit und Bjorks Desirable Difficulties belegen ihre Wirkung auf Wohlbefinden und Lernen. Wer kritische Erfahrungen und unbequeme Beiträge nicht als Angriff, sondern als Geschenk versteht, verwandelt Schwierigkeit in Wachstum.

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