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„Jeder hat verschiedene Persönlichkeiten, die wie Schauspieler in verschiedenen Situationen in den Vordergrund treten“ – ein Satz, der Swami Sivananda (1887–1963) zugeschrieben wird, dem indischen Yoga-Lehrer und Begründer der Divine Life Society. Was bei ihm fast theatralisch klingt, hat die Verhaltenswissenschaft seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in präzise Modelle übersetzt.
„You cannot hope to build a better world without improving the individuals“ – schreibt Marie Curie 1923 in ihren Autobiografischen Notizen. Die volle Aussage ist wesentlich reicher als die populäre Verkürzung: Sie verbindet die individuelle Selbst-Arbeit mit einer geteilten Verantwortung für die Menschheit – und dem Hinweis, dass die eigentliche Pflicht darin besteht, jenen zu helfen, denen man konkret nützen kann.
„Calmness of mind is one of the beautiful jewels of wisdom“ – schreibt James Allen 1903 im Schlusskapitel seines kleinen Klassikers As a Man Thinketh. Innere Ruhe, sagt Allen, sei „das Ergebnis langer und geduldiger Selbstbeherrschung“ – Zeichen einer gereiften Erfahrung und einer mehr als gewöhnlichen Kenntnis der Gesetze des Denkens.
„Notre vraie richesse: les heures où nous n’avons rien fait. Elles seules nous façonnent, nous individualisent, nous distinguent“ – schreibt Emil Cioran (1911–1995) in seinen Cahiers (1957–1972).
„The mind is the king of the senses; the breath is the king of the mind“ – schreibt B.K.S. Iyengar (1918–2014), der einflussreichste Yoga-Lehrer des zwanzigsten Jahrhunderts, in Light on Pranayama (1981).
Finde dich, sei dir selber treu, lerne dich verstehen, folge deiner Stimme, nur so kannst du das Höchste erreichen – dieser Satz wird Bettina von Arnim zugeschrieben und steht in vielen Zitatkalendern. Belastbar nachweisen lässt er sich in ihrem Werk so nicht – aber die Pointe trifft, was sie in Die Günderode (1840) tatsächlich geschrieben hat: Selbstdenken ist der höchste Mut.
„Remember, happiness doesn’t depend upon who you are or what you have, it depends solely on what you think“ – dieser Satz wird im Zitatebetrieb häufig Andrew Carnegie zugeschrieben, dem Stahlindustriellen. Tatsächlich stammt er von Dale Carnegie, dem amerikanischen Bestsellerautor von How to Win Friends and Influence People (1936) und How to Stop Worrying and Start Living (1948).
„It is not the mountain we conquer but ourselves“ – diese populär Edmund Hillary zugeschriebene Zeile fasst zusammen, was Hillary in High Adventure (1955) über seinen Aufstieg auf den Mount Everest beschrieb. Am 29.
„And now that you don’t have to be perfect, you can be good“ – diesen Satz lässt John Steinbeck 1952 in East of Eden den Chinesen Lee zu Abra sagen, die sich daran abarbeitet, das idealisierte Bild zu sein, das ihr Freund Aron in ihr sehen will. Die kleine Verschiebung von „perfekt“ zu „gut“ ist die Befreiung der Figur.
„Sei präsent in allem, was du tust, denn die einzige Wirklichkeit ist das Jetzt“ – diese Zen-Weisheit hängt zu Hause in meinem Zitatkalender. Sie ist in dieser englischen Form modern, in ihrer Substanz aber alt: Dōgen Zenji hat sie um 1233 in Shōbōgenzō in andere Worte gefasst, Thich Nhat Hanh hat sie in unserer Zeit für den Westen übersetzt.