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Das Zitat „Always remember that everything is transient“ wird im Internet oft Sokrates zugeschrieben – auffindbar ist es bei ihm allerdings nicht. Sokrates selbst hat nichts geschrieben, und auch in den platonischen Dialogen findet sich diese Formulierung nicht.
„Audentes fortuna iuvat“ – „Den Mutigen hilft das Glück“ – stammt nicht von Emily Dickinson, sondern aus Vergils Aeneis (Buch X, ca. 19 v. Chr.). Der römische Dichter hat damit eine Beobachtung formuliert, die in der modernen Psychologie viele Bestätigungen findet.
Demokrit (ca. 460–370 v. Chr.), der lachende Philosoph der griechischen Antike, prägte einen Satz, der die spätere Glücksforschung um zweieinhalb Jahrtausende vorwegnahm: Glück wohnt nicht im Besitz und nicht im Gold, sondern in der Seele.
Königin Christina von Schweden (1626–1689) war eine außergewöhnliche Frau ihrer Zeit – Wissenschaftsförderin, Friedenspolitikerin im Dreißigjährigen Krieg, Förderin René Descartes‘, Aphoristikerin. Ihre Pointe zur Zeit – Vergangenheit vergessen, Gegenwart annehmen oder genießen, Zukunft mit Gelassenheit erwarten – ist mehr als barocker Lebensspruch.
In der Adventszeit, wenn der Kalender voller wird als sonst, klingt Theodor Fontanes Bild fast subversiv: Ruhe, Stille, ein Sofa, eine Tasse Tee.
Stille ist die Voraussetzung von Reflexion – diese Einsicht ist nicht europäisch und nicht modern. Zhuangzi, chinesischer Philosoph des 4. Jahrhunderts v. Chr., hat sie in einem Bild zusammengefasst: Menschen spiegeln sich nicht in fließendem Wasser, sondern in stehendem.
Dankbarkeit ist nicht nur eine soziale Höflichkeit – sie ist eine der am besten untersuchten psychischen Praktiken der letzten dreißig Jahre. Robert Emmons (UC Davis) hat seit den 1990er Jahren in über einhundert Studien gezeigt: Wer Dankbarkeit regelmäßig praktiziert, schläft besser, lebt zufriedener, geht aufmerksamer durch den Tag.
Wenn das Verhalten anderer unseren inneren Frieden stört, geben wir ihnen Macht über uns. Murray Bowen (Georgetown University) hat in der Familiensystemtheorie das Konzept der Differentiation of Self entwickelt – die Fähigkeit, ein eigenes Selbst zu bewahren, auch wenn andere unter Spannung stehen oder uns angreifen.
Negative Gedankenspiralen – die Psychologie nennt sie Rumination – sind einer der bestuntersuchten Risikofaktoren für Depression. Susan Nolen-Hoeksema (Yale) hat in über zwanzig Jahren Forschung gezeigt, dass das Grübeln über das Schlechte nicht zur Klärung führt, sondern das Schlechte verstärkt – und dass besonders Frauen davon häufiger betroffen sind.
Das eigene Glück gilt in vielen religiösen und säkularen Traditionen als egoistisch. Tania Singers Forschung am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hat in über fünfzehn Jahren empirisch eine entscheidende Unterscheidung etabliert: Empathie und Mitgefühl aktivieren unterschiedliche Hirnregionen und haben gegensätzliche Wirkungen auf den Menschen.