Start » Archiv für Juli 2023
Der Kopf-Herz-Hand-Ansatz geht auf den Schweizer Reformpädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) zurück. Wer einem Menschen wirklich zuhört, hört auf drei Ebenen gleichzeitig: kognitiv (Kopf), emotional (Herz), handlungsbezogen (Hand).
Achtsamkeit ist seit Jon Kabat-Zinns MBSR-Programm (Mindfulness-Based Stress Reduction, 1979) wissenschaftlich erforscht. Hölzel und Lazar (2011) wiesen nach: Nach acht Wochen Praxis verändern sich messbar Hirnstrukturen – mehr graue Substanz im Hippocampus, weniger Aktivität in der Amygdala. Im Urlaub fällt uns Achtsamkeit leichter.
Eine repräsentative Allensbach-Studie aus 2020 zeigt: Bei Männern bauen Erfolg im Beruf (82 %) und Finanzen (77 %) das Selbstbewusstsein. Bei Frauen sind es Beliebtheit (74 %) und gutes Aussehen (72 %).
Napoleons Führungsstil war für seine Zeit erstaunlich modern – dialogisch nah am Team, ergebnisorientiert, mit klarer Eigenverantwortung. Seine 18 dokumentierten Prinzipien (Iodice 2022) tauchen heute fast wortgleich in zeitgenössischen Leadership-Modellen wieder auf, auch in Rolf Arnolds SANTIAGO-Prinzip. Sein Fall zeigt aber auch: Werteorientierung und Wirksamkeit lassen sich nicht trennen.
Ein Vortrag über agile Meetingkultur brachte mich zu einer viel grundlegenderen Frage: Wofür möchten wir eigentlich erinnert werden? Bronnie Wares Studie über die häufigsten Bereuungen Sterbender und David Brooks‘ Unterscheidung von Lebenslauf- und Trauerrede-Tugenden geben dieselbe Antwort: Was am Ende fehlt, hat selten mit Status, Titel oder vollen Kalendern zu tun.
David Brooks‘ Unterscheidung von Lebenslauf- und Trauerrede-Tugenden und Bronnie Wares Aufzeichnungen über die fünf häufigsten Bereuungen Sterbender zeigen übereinstimmend, dass am Lebensende nicht Status, Titel oder volle Kalender zählen, sondern Treue zu sich selbst, Beziehungen und gelebte Werte. Coveys Trauerrede-Übung macht daraus eine messbare Lebens-Strategie: drei gewünschte Sätze aufschreiben – und den eigenen Kalender daran prüfen.
Wandel scheitert an der Zeit-Asymmetrie zwischen oben und unten – echter Wandel sitzt in den Grundannahmen (Schein) und im inneren Übergang (Bridges) und emergiert aus Selbstorganisation (Wheatley). Wer Betroffene zu Beteiligten macht und Übergangszeit gibt, macht Veränderung tragfähig.