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„Wenn du eine Saite zu fest spannst, zerreißt sie. Wenn du sie zu lose spannst, kannst du nicht darauf spielen“ – diese Parabel aus dem Sona Sutta (Aṅguttara Nikāya 6.55) führt direkt ins Zentrum von Rolf Arnolds systemischer Führungslehre.
„Live, and be happy, and make others so“ – dieser Satz aus Mary Shelleys Frankenstein (1818) zirkuliert heute als positiv-psychologisches Motto, ist im Original aber tragisch verortet. Er fällt in Kapitel 8 als letzte Worte der unschuldig zum Tode verurteilten Justine Moritz an ihre Freundin Elizabeth. Eine sterbende junge Frau wünscht der Bleibenden, was ihr selbst genommen wird.
„Manche beklagen, dass Rosensträucher Dornen tragen; ich freue mich, dass Dornen Rosen tragen“ – diese Maxime kursiert in vielen Sammlungen als „arabisches Sprichwort“, findet sich in ihrer bekanntesten Form aber bei Alphonse Karr (1808–1890) in seinem Journal Les Guêpes. Die Pointe trägt eine wichtige Doppelbeobachtung: Wer nur die Rosen sehen will, übersieht die Dornen – und wer nur die Dornen sieht, verpasst die Rosen.
„Wer Großes versucht, ist bewundernswert, auch wenn er fällt“ – diese Maxime kursiert unter Senecas Namen, ist in dieser exakten Form in seinen Werken aber nicht direkt nachweisbar. Sie umkreist Gedanken, die er in De Providentia und in den Epistulae Morales mehrfach formuliert hat: Das Wagen selbst ist eine moralische Größe, unabhängig davon, ob das Ergebnis gelingt.
„Le secret du bonheur et le comble de l’art, c’est de vivre comme tout le monde, en n’étant comme personne“ – diese Beobachtung Simone de Beauvoirs aus Mémoires d’une jeune fille rangée (1958) trägt eine produktive Spannung. Das Geheimnis des Glücks – und der Gipfel der Kunst – besteht darin, wie alle zu leben und doch wie keine andere zu sein.
Mein Buch Erfolgreiche Gespräche im Berufsalltag führen wurde inzwischen über 10.000 Mal aufgerufen, und das ist ein Anlass, eine Bewegung zu machen, die ich im Alltag oft vergesse: aufzuzählen, was und wer mich getragen hat.
„In nature, nothing exists alone“ – diese Beobachtung Rachel Carsons aus Silent Spring (1962, Kapitel 2) trägt eine Pointe, die weit über die Ökologie hinausgeht. Wer Pflanzen, Insekten, Vögel und Klima als isolierte Bausteine versteht, versteht das Ökosystem nicht.
„All actions, all works, all karma belong to nature, not to the divine. It is man who determines his earthly fate“ – diese populäre englische Übersetzung einer Passage aus der Bhagavad Gita (Kapitel 3) trägt eine produktive Spannung in sich. Handlungen entstehen aus der Natur, aber der Mensch ist für sein Schicksal verantwortlich. Julian B.
„Tout est difficile avant d’être facile“ – dieses Sprichwort wird oft als französische Volksweisheit zitiert, ist aber im westlichen Schrifttum erstmals 1732 in Thomas Fullers Gnomologia als Proverb 560 belegt; eine ältere persische Spur führt zu Saadi von Schiraz. Die Pointe trifft den Anfang jeder Lernkurve – die ersten Töne quietschen, die ersten Sätze stocken, die ersten Schritte sind schwer. Aber sie sagt nur die halbe Geschichte.
„Du bist zu schnell für dein Glück gelaufen. Jetzt, da du müde wirst und langsam gehst, holt es dich ein“ – diese Zeile wird Friedrich Nietzsche zugeschrieben, ist in dieser englischen Form aber eher eine populäre Paraphrase.