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Wenn das Verhalten anderer unseren inneren Frieden stört, geben wir ihnen Macht über uns. Murray Bowen (Georgetown University) hat in der Familiensystemtheorie das Konzept der Differentiation of Self entwickelt – die Fähigkeit, ein eigenes Selbst zu bewahren, auch wenn andere unter Spannung stehen oder uns angreifen.
Negative Gedankenspiralen – die Psychologie nennt sie Rumination – sind einer der bestuntersuchten Risikofaktoren für Depression. Susan Nolen-Hoeksema (Yale) hat in über zwanzig Jahren Forschung gezeigt, dass das Grübeln über das Schlechte nicht zur Klärung führt, sondern das Schlechte verstärkt – und dass besonders Frauen davon häufiger betroffen sind.
Die Pointe, dass Glück geschieht, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft, wird verschiedensten Personen zugeschrieben – Denzel Washington, Oprah Winfrey, Seneca. Verifiziert verortet ist sie bei Louis Pasteur in seiner Rede an der Universität Lille 1854: Le hasard ne favorise que les esprits préparés.
Glaubenssätze entscheiden, wie wir Situationen deuten – oft lange bevor wir es bewusst merken. Daniel Kahneman hat in Thinking, Fast and Slow (2011) den Mechanismus beschrieben: System 1 arbeitet automatisch, schnell, kaum kontrollierbar.
Das eigene Glück gilt in vielen religiösen und säkularen Traditionen als egoistisch. Tania Singers Forschung am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig hat in über fünfzehn Jahren empirisch eine entscheidende Unterscheidung etabliert: Empathie und Mitgefühl aktivieren unterschiedliche Hirnregionen und haben gegensätzliche Wirkungen auf den Menschen.
Christian Morgenstern formulierte in seinem aphoristischen Spätwerk Stufen eine Frage, die der heutigen Positive-Psychology-Welle Tiefe gibt: Liegt Glück nicht in jedem großen Augenblick – auch in den dunklen? Viktor Frankl, KZ-Überlebender und Begründer der Logotherapie, hat 1985 mit dem Konzept des Tragischen Optimismus eine differenzierte Antwort gegeben: Glück trotz Tragödie ist nicht das gleiche wie ihre Verleugnung.
Jede Ambition hat einen Schatten. Was wir uns wünschen, bringt mit, was wir nicht eingerechnet haben – andere Wege werden blockiert, andere Menschen werden mitbetroffen, andere Ressourcen werden verbraucht.
Gesprächsvorbereitung wird in vielen Rhetorik- und Verkaufsseminaren noch immer als Fragenkatalog gelehrt: offene Fragen, geschlossene Fragen, „Ja-Treppen“, Kernbotschaften. Was die Forschung zeigt, ist ein anderes Bild – Tomasz Witkowski hat 2010 in einer der größten Meta-Analysen zu NLP zusammengefasst, dass die wissenschaftliche Evidenz für die zentralen Techniken nicht trägt.
Selbstreflexion braucht zwei Dinge: Stille als Voraussetzung und Struktur als Methode. Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph und Wegbereiter des Existentialismus, hat in Eine literarische Anzeige / Die Gegenwart (1846) beschrieben, dass die innere Klärung in einer geschwätzigen Welt schwer wird – Silence is the essence of inwardness, of the inner life.
Hoffnung ist kein Gefühl, das man hat – sondern eine Eigenschaft, die man kultiviert. Charles R. Snyder hat in seiner Hope Theory (1994) Hoffnung als kognitive Architektur beschrieben: Ziele plus Wege plus Wirksamkeitserleben.