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Kategorie: Begegnung und Dialog

Warum wir aneinander vorbeireden – Naomi Ellemers, Anaïs Nin und die Macht des sozialen Kontextes

Missverständnisse entstehen nicht im Wortschatz, sondern im sozialen Kontext – die Forschung zur sozialen Identität von Naomi Ellemers zeigt, dass Gruppen unsere Normen, Werte und damit unser Verstehen messbar prägen, und Anaïs Nins Satz fasst es in einer Zeile: Wir sehen die Dinge, wie wir sind. Drei Wenn-Dann-Pläne übersetzen den Befund in nachprüfbares Gesprächsverhalten.

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Wenn Worte unter die Haut gehen – Naomi Eisenberger, Lera Boroditsky und die neurobiologische Macht der Sprache

Im populären Diskurs werden Worte oft als das Schwächere im Vergleich zu Taten behandelt – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, Taten sprechen lauter. Die neurobiologische Forschung zeichnet ein anderes Bild. Naomi Eisenberger (UCLA) hat in einer eleganten fMRT-Studie (Eisenberger, Lieberman & Williams 2003, Science) gezeigt: Soziale Zurückweisung – ausgelöst allein durch das virtuelle Ausgeschlossen-Werden im Cyberball-Experiment – aktiviert dieselben Hirnareale wie körperlicher Schmerz, insbesondere den dorsalen anterioren cingulären Cortex und die anteriore Insula.

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Das Schlüsselbart-Prinzip – mit A-S-K den Erfahrungsschatz des Gegenübers heben

Das Schlüsselbart-Prinzip A-S-K (Achtsamkeit, Selbstführung, kluge Gelassenheit) beschreibt die drei Einkerbungen, mit denen sich der Erfahrungsschatz eines Gegenübers im Gespräch öffnen lässt – während vorschnelle eigene Lösungen wie eine Brechstange wirken und besonders in Hierarchien die wertvollsten Stimmen verschließen. Wer vor wichtigen Gesprächen das zweiminütige A-S-K-Ritual nutzt, hebt Schätze, die anderen verborgen bleiben.

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Vertrauen ist eine Brücke – Sandra Robinson, Georg Simmel und die Statik des Sich-Verlassens

Vertrauen ist die Bereitschaft, sich verletzlich zu machen (Mayer et al. 1995), und Sandra Robinsons Längsschnittstudie belegt, dass gebrochene Zusagen diese Vorleistung über Jahre hinweg messbar in Leistung und Loyalität kosten – während fünf unspektakuläre Brücken-Bauteile (Neugier, kleine Gesten, Zeit, Annahme, Konkretheit) sie tragen. Der Brücken-Brief macht in dieser Woche sichtbar, wie Vertrauen im eigenen Leben gebaut wird.

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Der Schlüssel zum inneren Wachstum: Fragen und Zuhören – Karen Huang und die Wissenschaft der guten Frage

Gute Fragen – besonders Anschlussfragen – erzeugen Responsivität und damit Sympathie und Resonanz, wie das Team um Karen Huang (2017) an über 430 Gesprächen zeigte. Die BEHUTSAM-Struktur hilft, so zu fragen, dass sich das Gegenüber öffnet statt verschließt – die Grundlage inneren Wachstums.

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Auf welcher Ebene reden wir eigentlich? – Julia Minson, Otto Scharmer und die vier Felder eines Gesprächs

Otto Scharmers vier Gesprächsfelder – Downloading, Debatte, Dialog, schöpferisches Feld – erklären, warum zwei Menschen über dasselbe Thema sprechen und doch in verschiedenen Gesprächen sitzen, und die Harvard-Forschung zu conversational receptiveness (Yeomans, Minson et al. 2020) zeigt, dass der Wechsel ins bessere Feld an erlernbaren sprachlichen Markern hängt. Das Feld-Logbuch macht das eigene Stammfeld in einer Woche sichtbar.

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Liebe ist ein Verb – Erich Fromm, Barbara Fredrickson und die Wissenschaft der Mikromomente

Sibilla Aleramo, eine der wichtigsten frühen feministischen Stimmen Italiens (1876–1960), schrieb: Die Liebe war der Grund meiner Existenz und der der ganzen Welt. Erich Fromm formulierte eine ähnlich radikale Pointe in Die Kunst des Liebens (1956): Liebe ist keine Emotion, die uns zustößt – sondern eine Praxis, die wir lernen können.

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