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Lernen auf den Kopf gestellt: das Flipped Seminar als Blended-Learning-Konzept (Fachartikel, Healthcare Marketing, 2015)

Beim Flipped Seminar dreht sich die klassische Reihenfolge des Lernens um: Die Wissensaneignung läuft zuerst virtuell, das Präsenztraining folgt danach – und kann auf einem gemeinsamen Wissensstand aufsetzen. In diesem Fachartikel für „Healthcare Marketing“ (2015) beschreibe ich, wie dieses Blended-Learning-Konzept – auch Inverted oder Flipped Classroom genannt – die Weiterbildung im Außendienst der Pharmaindustrie wirksamer und nachhaltiger macht. Im beschriebenen Fall sanken die Präsenzseminare um 63 %, die Gesamtzahl der Trainings stieg um 20 %, und rund 1.496 Stunden Reisezeit wurden eingespart.

Hotelübernachtungen, Referentenhonorare, Anreise – der Aufwand klassischer Präsenzfortbildungen ist hoch, der Lernnutzen im Berufsalltag oft gering. Genau hier setzt das Flipped Seminar an: Es verlegt die erste Lernphase ins Virtuelle und reserviert die gemeinsame Zeit für das, was sie wirklich braucht.

Warum die Reihenfolge zählt

Weil die Wissensaneignung vorab geschieht, können die Lehrenden im Präsenztraining vom gleichen Wissensstand ausgehen und darauf aufbauen. Die Lernenden arbeiten im eigenen Tempo und mit der Methode ihrer Wahl – eine Flexibilität, die ein klassisches Seminar nicht bietet. Die Präsenzzeit bleibt für lebendige Diskussion, Austausch und Transfer reserviert: genau das, was sich virtuell nur schwer abbilden lässt.

Was ein gelungenes Flipped Seminar ausmacht

Aus der Praxis habe ich acht Faktoren zusammengetragen:

  • Das Präsenztraining gelingt nur, wenn die Teilnehmenden über die virtuelle Phase vorbereitet sind.
  • Die Lerngruppe bleibt von Beginn an zusammen, weil die Einheiten aufeinander aufbauen.
  • Das E-Book vermittelt das Basiswissen und spricht alle Sinne an (Audio- und Video-Podcasts, interaktive Elemente).
  • Die Wissensvermittlung erfolgt problemlösungsorientiert – über Leitfragen, Kasuistiken und Erfahrungsberichte.
  • Die Inhalte berücksichtigen verschiedene Lernniveaus (Grundwissen und vertiefende Ebene) und individualisieren so das Lernen.
  • Aktives Lernen entsteht über den Bezug zum beruflichen Alltag.
  • Eine stabile Technik und ein geeigneter virtueller Klassenraum sind Voraussetzung.
  • Wer sich freiwillig für das Format entscheidet, nimmt verbindlich am gesamten Angebot teil.

Der rote Faden zu heute

Schon 2015 ging es mir um das, wofür ich bis heute stehe: Lernen, das im Berufsalltag wirkt, das Menschen einbezieht und Technologie sinnvoll nutzt. Vom Flipped Seminar führt eine gerade Linie zu meiner heutigen Arbeit an Social Blended Learning und KI-gestütztem Lernen.

📰 Stephanie Voss: Lernen auf den Kopf gestellt. In: Healthcare Marketing 10/2015, S. 24–25.

Zusammenfassung: Der Artikel beschreibt das Flipped Seminar als Blended-Learning-Konzept, bei dem die virtuelle Wissensphase dem Präsenztraining vorausgeht und so Transfer, Effizienz und Nachhaltigkeit erhöht – im beschriebenen Fall mit 63 % weniger Präsenzseminaren und rund 1.496 eingesparten Reisestunden. Acht Praxisfaktoren zeigen, worauf es bei der Gestaltung ankommt.

Teil der Seite „Veröffentlichungen“ – Bücher und Beiträge von mir.

Lernen auf den Kopf gestellt: das Flipped Seminar als Blended-Learning-Konzept (Fachartikel, Healthcare Marketing, 2015)

Beim Flipped Seminar dreht sich die klassische Reihenfolge des Lernens um: Die Wissensaneignung läuft zuerst virtuell, das Präsenztraining folgt danach – und kann auf einem gemeinsamen Wissensstand aufsetzen. In diesem Fachartikel für „Healthcare Marketing“ (2015) beschreibe ich, wie dieses Blended-Learning-Konzept – auch Inverted oder Flipped Classroom genannt – die Weiterbildung im Außendienst der Pharmaindustrie wirksamer und nachhaltiger macht. Im beschriebenen Fall sanken die Präsenzseminare um 63 %, die Gesamtzahl der Trainings stieg um 20 %, und rund 1.496 Stunden Reisezeit wurden eingespart.

Hotelübernachtungen, Referentenhonorare, Anreise – der Aufwand klassischer Präsenzfortbildungen ist hoch, der Lernnutzen im Berufsalltag oft gering. Genau hier setzt das Flipped Seminar an: Es verlegt die erste Lernphase ins Virtuelle und reserviert die gemeinsame Zeit für das, was sie wirklich braucht.

Warum die Reihenfolge zählt

Weil die Wissensaneignung vorab geschieht, können die Lehrenden im Präsenztraining vom gleichen Wissensstand ausgehen und darauf aufbauen. Die Lernenden arbeiten im eigenen Tempo und mit der Methode ihrer Wahl – eine Flexibilität, die ein klassisches Seminar nicht bietet. Die Präsenzzeit bleibt für lebendige Diskussion, Austausch und Transfer reserviert: genau das, was sich virtuell nur schwer abbilden lässt.

Was ein gelungenes Flipped Seminar ausmacht

Aus der Praxis habe ich acht Faktoren zusammengetragen:

  • Das Präsenztraining gelingt nur, wenn die Teilnehmenden über die virtuelle Phase vorbereitet sind.
  • Die Lerngruppe bleibt von Beginn an zusammen, weil die Einheiten aufeinander aufbauen.
  • Das E-Book vermittelt das Basiswissen und spricht alle Sinne an (Audio- und Video-Podcasts, interaktive Elemente).
  • Die Wissensvermittlung erfolgt problemlösungsorientiert – über Leitfragen, Kasuistiken und Erfahrungsberichte.
  • Die Inhalte berücksichtigen verschiedene Lernniveaus (Grundwissen und vertiefende Ebene) und individualisieren so das Lernen.
  • Aktives Lernen entsteht über den Bezug zum beruflichen Alltag.
  • Eine stabile Technik und ein geeigneter virtueller Klassenraum sind Voraussetzung.
  • Wer sich freiwillig für das Format entscheidet, nimmt verbindlich am gesamten Angebot teil.

Der rote Faden zu heute

Schon 2015 ging es mir um das, wofür ich bis heute stehe: Lernen, das im Berufsalltag wirkt, das Menschen einbezieht und Technologie sinnvoll nutzt. Vom Flipped Seminar führt eine gerade Linie zu meiner heutigen Arbeit an Social Blended Learning und KI-gestütztem Lernen.

📰 Stephanie Voss: Lernen auf den Kopf gestellt. In: Healthcare Marketing 10/2015, S. 24–25.

Zusammenfassung: Der Artikel beschreibt das Flipped Seminar als Blended-Learning-Konzept, bei dem die virtuelle Wissensphase dem Präsenztraining vorausgeht und so Transfer, Effizienz und Nachhaltigkeit erhöht – im beschriebenen Fall mit 63 % weniger Präsenzseminaren und rund 1.496 eingesparten Reisestunden. Acht Praxisfaktoren zeigen, worauf es bei der Gestaltung ankommt.

Teil der Seite „Veröffentlichungen“ – Bücher und Beiträge von mir.

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