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Monat: April 2025

Vergleichen verzerrt – Leon Festinger, Carly McComb und warum der Blick auf andere unsere Wirklichkeit trübt

Der Mensch hat einen tief verankerten Drang, sich mit anderen zu vergleichen – Leon Festinger zeigte schon 1954, dass wir unsere Fähigkeiten und Meinungen vor allem an anderen Menschen messen, wenn objektive Maßstäbe fehlen.

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Güte ist ansteckend – James Fowler, Nicholas Christakis und die drei Grade, über die sich Freundlichkeit verbreitet

Eine freundliche Handlung bleibt nicht bei einem Menschen. James Fowler und Nicholas Christakis haben in einem Experiment gezeigt, dass kooperatives Verhalten sich in sozialen Netzwerken wie eine Welle ausbreitet – bis zu drei Grade weit, von Mensch zu Mensch zu Mensch zu Mensch. Wer freundlich handelt, beeinflusst also nicht nur sein Gegenüber, sondern auch Menschen, die er nie trifft.

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Empathie oder Mitgefühl – Tania Singer, Olga Klimecki und der feine Unterschied, der über Ausbrennen entscheidet

Empathie und Mitgefühl gelten oft als dasselbe – die Hirnforschung zeigt, dass sie verschiedene neuronale Netzwerke aktivieren und entgegengesetzte Folgen haben können. Tania Singer und Olga Klimecki fanden: Wer das Leid anderer nur mitfühlt, ohne den nächsten Schritt zu gehen, gerät in „empathischen Stress“ – eine Hauptursache für Erschöpfung in helfenden Berufen.

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Jeden Tag ein neues Leben – Edith Stein, Katy Milkman und der Fresh-Start-Effekt

Der Fresh-Start-Effekt von Dai, Milkman und Riis belegt, dass Menschen nach zeitlichen Landmarken wie Wochenbeginn, Monatserstem oder Geburtstag messbar häufiger an ihren Zielen arbeiten, weil solche Marken mentale neue Buchungsperioden eröffnen – Edith Steins überlieferter Satz vom täglichen Neubeginn ist die radikalste Form dieser Einsicht. Wer Neuanfänge mit konkreten Landmarken und einem Wiedereinstiegs-Plan verbindet, wartet nicht mehr auf den Januar.

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Wenn Worte Bedeutungen umfärben – Steven Hayes, Yvonne Barnes-Holmes und die Bezugsrahmentheorie im Gespräch

Die Bezugsrahmentheorie (Relational Frame Theory, RFT) von Steven Hayes, Dermot und Yvonne Barnes-Holmes erklärt, warum Sprache so mächtig ist: Menschen verknüpfen beliebige Reize zu Beziehungsnetzen, und über diese Netze überträgt sich Bedeutung – ein neutrales Ereignis wird allein durch den sprachlichen Rahmen, in den wir es stellen, angenehm oder bedrohlich.

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Erfolgreiches Onboarding – Talya Bauer und die sieben Schlüssel zum Ankommen

Talya Bauers Meta-Analyse über 70 Studien zeigt, dass gelungenes Onboarding über drei Hebel wirkt – Rollenklarheit, Selbstwirksamkeit und soziale Akzeptanz –, die Zufriedenheit, Leistung und Verbleib vorhersagen. Sieben praktische Schlüssel übersetzen das in den Alltag, und die ehrlichste Evaluation kostet zwei Kaffee: die zwei jüngsten Neuzugänge fragen, wo sie allein waren, wo sie es nicht hätten sein müssen.

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Reflektieren schlägt mehr tun – Giada Di Stefano, Donald Schön und die unterschätzte Wirksamkeit des Innehaltens

In einem Feldexperiment mit Mitarbeitenden in der Einarbeitung steigerte eine Gruppe ihre Leistung um rund 23 Prozent – allein dadurch, dass sie täglich 15 Minuten über das Gelernte reflektierte, statt diese Zeit mit weiterem Üben zu füllen (Di Stefano, Gino, Pisano & Staats). Das widerspricht der verbreiteten Gleichung „mehr Tun = mehr Wirkung“.

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Drei Ebenen der Einzigartigkeit – Geert Hofstede, Hazel Markus und die Frage, wie viel an uns wirklich „ich“ ist

Geert Hofstede unterscheidet drei Ebenen unserer mentalen Programmierung: die menschliche Natur, die wir genetisch teilen, die Kultur, die wir von Geburt an erlernen, und die Persönlichkeit, die teils ererbt, teils erworben ist. Die mittlere Ebene wird dabei systematisch unterschätzt – ein großer Teil dessen, was wir für unser ureigenes Urteil halten, ist kulturell vorgeprägt.

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Das Herz als Schlüssel – Novalis, Jennifer Stellar und die Physiologie des Mitgefühls

Novalis‘ Fragment vom Herzen als Schlüssel der Welt wird von Jennifer Stellars Forschung fast wörtlich eingelöst – Mitgefühl verlangsamt messbar den Herzschlag und aktiviert den Vagusnerv, den Träger von Sicherheit und Zuwendung. Mitgefühl ist dabei mehr als Gefühl: Es öffnet Türen im Leben anderer, oft mit nichts als Aufmerksamkeit und einer hergestellten Verbindung – die Türöffner-Woche macht daraus eine Praxis.

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Gespräche auf Augenhöhe – Mary Parker Follett, Rolf Arnold und die Kraft des „Power-with“

Gemeinschaftliche Lösungen entstehen nach Mary Parker Follett (1924) durch „power with“ statt „power over“ – durch Integration der Interessen statt Durchsetzen oder Nachgeben. Wer nach dem Meeting die eigene Gesprächshaltung reflektiert (Arnold), baut die Augenhöhe, auf der solche Lösungen wachsen.

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